ABB geht bei Energietechniksystemen über die Bücher

ABB geht bei Energietechniksystemen über die Bücher

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Der Industriekonzern ABB baut die kleinste seiner fünf Sparten komplett um. Mit dem Programm „Step-Change“ soll der Geschäftsbereich Energietechniksysteme wieder in Schwung kommen. Als erste Massnahme verzichtet die Division auf Offerten für gewisse Ausschreibungen im Solarsektor.

Die Sparte Energietechniksysteme wird somit nicht mehr als Generalunternehmen im Solarsektor auftreten. Zugleich wird das Geschäftsmodell mit den Offshore- Windparks neu bewertet. Zudem wird es Veränderungen im Management geben. Weitere Details dazu gab ABB zunächst nicht bekannt. Für weiter Massnahmen wird ABB externe Berater zuziehen, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Die Division Energietechniksysteme beliefert Versorgungsunternehmen mit schlüsselfertigen Systemen und Dienstleistungen für die Stromübertragung, Stromverteilung und für Kraftwerke.

Die Sparte, wenn auch die kleinste des Konzerns, hat dem Konzern den Jahresanfang schwer gemacht. Die anhaltend schwache Entwicklung des Bereichs sei enttäuschend, sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer anlässlich der Bilanzmedienkonferenz. „Wir setzen nun rigoros Massnahmen um.“ Als einzige schrieb die Sparte auf operativer Ebene (EBITDA) einen Verlust.

Konzernweit sank das Ergebnis auf dieser Stufe um 13 Prozent auf 1,271 Mrd. Dollar. Der Konzerngewinn sank um 18 Prozent auf 544 Mio. Dollar. Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Der Umsatz von ABB ging um drei Prozent auf 9,47 Mrd. Dollar zurück. Der Auftragsbestand belief sich über alle Sparten hinweg Ende März auf 26,9 Mrd. Dollar. Gegenüber dem Ende der Vorjahresperiode ging er damit um 9 Prozent zurück. Er liegt aber um 4 Prozent höher als zum Jahresende 2013.

ABB zuversichtlich

Der Auftragseingang erreichte mit 10,4 Milliarden Dollar knapp das Vorjahresniveau.  Gemäss ABB haben sich die Grossaufträge im Versorgungssektor schwach entwickelt. Schuld an der gedämpften Nachfrage sei vor allem die Unsicherheit in der Energiepolitik, vor allem im Bereich der erneuerbaren Energien. Langfristig ist ABB aber optimistisch. Die Urbanisierung in den Schwellenländern, der wachsende Energiebedarf aufgrund der Digitalisierung, Massnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels sowie die Modernisierung alternder Stromnetze sichern ABB die Nachfrage.

Die Anleger überzeugte das am Dienstag nicht: Sie trennten sich von ABB-Aktien, deren Kurs um knapp 7 Prozent einbrach. (sda/mai)