Aargau: Jura Cement verzichtet auf neue Steinbrüche

Aargau: Jura Cement verzichtet auf neue Steinbrüche

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: Bild: Jura Cement
Die Jura Cement suchte bereits seit mehr als 15 Jahren nach neuen Abbaugebieten. Der starke Protest der betroffenen Gemeinden im Aargau hat nun dazu geführt, dass das Unternehmen darauf verzichtet.


Die Jura Cement in Wildegg AG hat die Suche nach neuen Abbaugebieten von Mergel und Kalkstein in den Aargauer Gemeinden Schinznach und Veltheim abgebrochen. Jura Cement will eine Neubeurteilung vornehmen. Die Gemeinden und der Kanton geben sich erleichtert. Nun sollen alle vier Abbaugebiete aus dem kantonalen Richtplan gestrichen werden.

Quelle: 
Bild: Jura Cement
Zementwerk in Wildegg

Im Plan sind die Gebiete zur sogenannten "Vororientierung" eingezeichnet. Das teilten Jura Cement mit Werk in Wildegg, der Kanton Aargau und die betroffenen Gemeinden am Donnerstag in einem gemeinsamen Communiqué mit. In ferner Zukunft solle eine "offene Neubeurteilung" vorgenommen werden. Dannzumal seien auch die wirtschaftliche Situation der Region, der Zementbedarf und die Firmensituation neu zu beurteilen.
 
Auf Antrag der Jura Cement, einer Tochter von Jura Materials, die wiederum zum irischen Baukonzern Cement Roadstone Holding gehört, hatten in den letzten Wochen Gespräche zwischen den Gemeinderäten von Auenstein, Veltheim und Schinznach zusammen mit dem kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt stattgefunden. Die Gemeinden wehrten sich vehement gegen die Pläne für neue Abbaugebiete. Die Jura Cement sucht bereits seit über 15 Jahren nach neuen Abbaugebieten.
 
Steinbruch "Jakosberg-Egg" wird erweitert
Als Alternative will Jura Cement, zweitgrösster Zementhersteller in der Schweiz, den bestehenden Steinbruch "Jakobsberg-Egg" in den Gemeindegebieten Auenstein und Veltheim erweitern. Der Kanton und die betroffenen Gemeinden stehen hinter diesem Vorgehen. Die Erweiterung solle für alle Beteiligten, insbesondere auch für die Bevölkerung, "tragbar sein", hiess es. Für die Standortsicherung in den nächsten 25 bis 30 Jahren müssten 6 Millionen Kubikmeter Kalkstein zusätzlich zum bereits bewilligten Volumen gewonnen werden.
 
Die Behörden und Jura Cement wollen in den nächsten Wochen nach eigenen Angaben intensive Gespräche führen, um eine mehrheitsfähige Lösung zu finden. Es sei ein gemeinsames Ziel, unterschiedliche Interessen zu verbinden. Es gehe um die Rohstoffversorgung mit den damit verbundenen Steuer- und Abbaueinnahmen für die Gemeinden sowie um die Sicherung der Arbeitsplätze. Gleichzeitig solle die Landschaft geschont und die Anwohner möglichst wenig belastet werden.(tw/sda)