855 Millionen für Bahnnetz im Mittelland

855 Millionen für Bahnnetz im Mittelland

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Teaserbild-Quelle: zvg

Die SBB baut die Bahnstrecke Olten-Aarau auf vier Spuren aus. Dieser Flaschenhals im Schienennetz wird in fünf Jahren beseitigt sein. Bundesrätin Doris Leuthard hat am Wochenende mit einem Spatenstich den Startschuss für die Hauptarbeiten am 855-Millionen-Projekt gegeben.

Das Herzstück des Bauprojekts ist der doppelspurige und über drei Kilometer lange Eppenbergtunnel. Der Ausbau von zwei auf vier Spuren erhöht dereinst die Kapazität auf der Ost-West-Achse, der Hauptschlagader des Schweizer Bahnnetzes. Der Tunnel wird von Ost nach West mit einer 100 Meter langen und 2400 Tonnen schweren Tunnelbohrmaschine ausgebrochen, wie es in einer Mitteilung der SBB heisst. Die Maschine werde ab dem Frühjahr 2016 in der Baugrube im Wöschnauer Hang installiert. Ende 2016 beginnt der Vortrieb, im Frühjahr 2018 soll die Maschine in Gretzenbach ankommen.

Das Gesamtprojekt umfasst ausserdem Ausbauten im Osten von Olten sowie ein viertes, 2,5 Kilometer langes Gleis zwischen Dulliken und Däniken.

Ein „gewaltiges Bauwerk“

Die Vorarbeiten haben bereits letztes Jahr begonnen – so etwa die Arbeiten für das vierte Gleis. Nun sind auch die Hauptarbeiten für die Tunnelzufahrten in Grezenbach und Eppenberg-Wöschnau angelaufen. Am Spatenstich sprach SBB-Chef Andreas Meyer von einem „gewaltigen Bauwerk“, das während des laufenden Bahnbetriebs ausgeführt werde. Er habe keine Angst, aber Respekt, dass an der Hauptschlagader des Bahnverkehrs gebaut würde. Verkehrsministerin Doris Leuthard hält den Eppenbergtunnel für „sehr wichtig und sehr matchentscheidend für den Ost-West-Bahnverkehr“. Denn: ein Zwischenfall hier – und die halbe Schweiz stehe still. Der Tunnel solle die Schweiz durchgängiger machen. Sie verspricht sich von dem Millionen-Projekt ausserdem eine Aufwertung der Region und der ganzen Schweiz.

Viertel- und Halbstundentakte

Tatsächlich ermöglicht das Projekt – vor allem der vierspurige Eppenbergtunnel – zusammen mit weiteren Ausbauprojekten für Intercity-Züge ab dem Jahr 2020 einen Viertelstundentakt für die Strecke Zürich-Bern während der Hauptverkehrszeiten. Es schafft aber auch die Voraussetzung für mehr Angebote im Regionalverkehr. So ist zwischen Olten und Aarau auch ausserhalb der Hauptverkehrszeiten ein durchgehender Halbstundentakt geplant. Direktverbindungen zwischen Zofingen und Aarau wird es ebenfalls geben. Laut SBB werden auch die Kapazitäten für den Güterverkehr grösser. Im Vordergrund stünden hierbei die Vernetzung der West- mit der Ostschweiz und die Bedienung der starken Wirtschaftsräume im Mittelland. Denn kurze Transportzeiten, Verlässlichkeit und Pünktlichkeit seien auch für den Schienengüterverkehr immer wichtiger, um den Anforderungen des Markts zu genügen und im Wettbewerb zu bestehen. (pd/mt)

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Quelle: 
zvg
Am Spatenstich dabei (v.l.): Regierungsrat Roland Fürst (SO), Gesamtprojektleiter Thomas Schweizer (SBB), Bundesrätin Doris Leuthard, CEO Andreas Meyer (SBB) und Regierungsrat Stephan Attinger (AG).