850 Millionen Franken mehr für die SBB

850 Millionen Franken mehr für die SBB

Gefäss: 
Teaserbild-Quelle: SBB
Zwar ist der Zustand der Anlagen der SBB gut, doch für den Unterhalt und Erhalt der Bahninfrastruktur braucht es deutlich mehr Mittel. Experten sprechen in einem Bericht von einem zusätzlich Finanzbedarf von bis zu 850 Millionen jährlich. Dies erklärten die SBB und das Bundesamt für Verkehr (BAV) an einer gemeinsamen Pressekonferenz zum Zustand des SBB-Netzes und den zukünftigen Finanzbedarf für seinen Erhalt.
 
SBB
Quelle: 
SBB
Laut Bericht ist unter anderem bei Brücken mehr Geld nötig.
 
Vertreter der SBB und des Bundesamts für Verkehr informierten über den Zustand des SBB Netzes und über den künftigen Finanzbedarf, damit das Substanz der Eisenbahninfrastruktur erhalten werden kann. Basis der Analyse bildet der von der SBB vorgelegte Netzaudit-Bericht: Laut Medienmitteilung kamen die Fachleute zum Schluss, dass der Anlagenzustand heute mehrheitlich gut ist. Aber auch, dass die SBB künftig für Unterhalt und Erneuerung ihres Netzes deutlich mehr Mittel benötigt. Der Bericht spricht dabei von einem zusätzlichen Finanzbedarf von jährlich bis zu 850 Millionen Franken. Zudem geht es bei diesem Betrag auch um den Abbau eines in den vergangenen 15 Jahren aufgelaufenen Nachholbedarfes in der Höhe von 1,35 Milliarde Franken.
 
«Insgesamt ist der Zustand der Anlagen mehrheitlich gut», heisst es im Netzaudit. Mehr als drei Viertel der Anlagen seien in gutem oder mittlerem Zustand. Anlagen, die in die Kategorie «schlecht» fielen, müssten in den nächsten Jahren ersetzt werden. Unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe bei Anlagen in kritischem Zustand: Dies komme gemäss dem Netzaudit allerdings nur vereinzelt vor. Wie die SBB in ihrer Medienmitteilung schreibt, habe man hier bereits Massnahmen geplant und zum Teil eingeleitet. Trotz des guten Zustandes der Anlagen bestehe jedoch grosser Handlungsbedarf: Wie der Schlussbericht fest stellt, braucht es künftig „erheblich mehr Mittel“ für den Substanzerhalt. Mehr Geldmittel seien insbesondere bei der Fahrbahn sowie bei den Brücken notwendig. Sämtliche Zahlen bewegen sich in einer Bandbreite von plus/minus zehn Prozent.

Anlagen wegen Mehrverkehr schneller gealtert

Als Hauptgrund für den aufgelaufenen Nachhol- sowie den prognostizierten Mehrbedarf nennt der Expertenbericht den Mehrverkehr und das langfristige Verkehrswachstum. So ist die Netzbelastung von 1995 bis heute um 47 Prozent anjgestiegen. Allein zwischen 2002 und 2009 wuchs die Belastung um 17 Prozent. Eine stärkere Netzbelastung verkürze die Lebensdauer der Anlagen erheblich, insbesondere bei der Fahrbahn, erklärt die SBB in ihrer Medienmitteilung. Zudem schränke die Verkehrssteigerung wegen kürzerer Intervalle auch in zunehmendem Masse die Bautätigkeit ein – geringere und in der Summe teurere Baulosgrössen seien die Folge. Als zweiten Grund für Mehrkosten geben die SBB die Baukosten an. Diese seien bei der Fahrbahn stark gestiegen. In etwa gleich geblieben seien in den vergangenen 15 Jahren hingegen die Einnahmen aus Bundesmitteln und Trassenerlösen.
 
Dazu führen die SBB in ihrer Medienmitteilung aus, dass trotz Mehrverkehr und stärkerer Alterung der Anlagen nicht mehr Mittel zur Verfügung standen. Hinzu komme auch noch die Teuerung. Alle diese Elemente führten laut den SBB dazu, dass bei gleichbleibendem Budget der SBB für den Substanzerhalt weniger getan werden konnte. Deshalb komme es nun zu einem „scheinbar sprunghaften Anstieg“ des Mittelbedarfs. (mai/pd)