49 Prozent der Schweizer Waldfläche sind Schutzwälder

49 Prozent der Schweizer Waldfläche sind Schutzwälder

Gefäss: 
Knapp die Hälfte der Schweizer Wälder hat die Funktion eines Schutzwaldes.  Zu diesem Schluss kommen die Autoren des Schlussberichts zum Waldschutzprojekt „SilvaProtect-CH“ des Bundesamts für Umwelt (Bafu).

 

Das Waldgesetz aus dem Jahr 1991 verpflichtet die Kantone, Schutzwälder auszuscheiden. Weil aber die Kriterien, die ein Schutzwald erfüllen muss, laut Bafu nicht klar genug definiert waren, schieden die einzelnen Kantone ihre Schutzwälder über Jahre auf unterschiedlichste Weise aus. Um einheitliche Verhältnisse zu schaffen, initiierte das Bafu 2004 das „SilvaProtect-CH“-Projekt. 

Anhand der dabei verwendeten Geodaten liess sich die Fläche der Schutzwälder abschätzen, aber auch eruieren, vor welchen Naturgefahren die einzelnen Wälder schützen. Dabei stellte sich heraus, dass 49 Prozent – oder rund 585'000 Hektaren –  des Schweizer Waldes als Bannwald fungieren. Naturgemäss ist der Anteil solcher Wälder höher als in alpinen Gebieten: Im Wallis und im Tessin bewahren knapp 90 Prozent der Wälder vor Naturgefahren. Allerdings gibt es auch in städtisch geprägten Kantonen wie Zürich, Basel-Stadt oder Genf Schutzwälder.

Ein Viertel der Eisenbahnlinien und Strassen sind potenziell Rutschungen, Lawinen, Felsstürzen oder Steinschlägen ausgesetzt. Und so dient denn auch der grösste Teil der Schutzwälder dazu, bei Gebäuden und Strassen  derartige Ereignissen abzuwnden.

Mit  „SilvaProtect-CH“ konnte zudem ein Verteilschlüssel für die Bundessubventionen zur Schutzwaldpflege festgelegt werden. Wie das Bafu mitteilt, wurde dieser bereits beim Abschluss von Programmvereinbarungen mit den Kantonen im Rahmen der Neugestaltung der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen angewandt. 40 Prozent der Kosten für den Unterhalt dieser „natürlichen Schutzverbauungen“  trägt der Bund, das sind knapp 60 Millionen Franken pro Jahr. Der Rest wird von den Kantonen, Gemeinden oder etwa Verkehrsbetrieben getragen. (mai/mgt)

Weitere Informationen zum Projekt auf: www.bafu.admin.ch