40 Meter reichen nicht...

40 Meter reichen nicht...

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Teaserbild-Quelle: Esther Ramseier/ETH
„40 Meter sind genug“ fordert die Initiative der Schweizer Demokraten, die in Zürich Neubauten mit einer Höhe von über 40 Meter verbieten will. Kommendes Wochenende stimmt das Zürcher Stimmvolk darüber ab. In einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" äussert sich Roger Diener von Diener & Diener Architekten zur Hochhaus-Initiative.
 
Esther Ramseier/ETH
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Das Hauptgebäude der Zürcher ETH mit seiner Kuppel wäre zu hoch, sie misst 18 Meter zu viel.
 
„In Zürich ist ein Wolkenkratzer-Boom im Gang (…) Wenn jetzt nicht eingeschritten wird, entsteht in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren vor allem entlang der Limmat ein ganzer Wald von 80 Meter hohen Klötzen“ schreiben die Schweizer Demokraten in einer Mitteilung anlässlich ihrer Initiative „40 Meter sind genug“. Nachdem 3243 Unterschriften zusammen gekommen sind, entscheidet am kommenden Wochenende das Zürcher Stimmvolk darüber, ob die Höhe von Neubauten künftig auf 40 Meter begrenzt werden soll. Wäre schon vorher nach dem Willen der Initianten gebaut worden, gäbe es in Zürich zahlreiche markante Gebäude nicht: Nicht einmal die Kuppel der Zürcher ETH wären zustande gekommen, denn dieses Gebäude ist 18 Meter zu hoch. Aber auch das SIA-Haus wäre mit seinen 46 Metern über dem Limit und das Swissôtel im Stadtteil Oerlikon mit seinen 85 Metern sowieso.
 
Ein Dorn im Auge ist den Initianten auch der Mobimo Tower, der nahe der Vergnügungsmeile beim Escher Wyss-Platz entstehen soll. Er soll 80 Meter hoch werden. Gebaut wird der Wolkenkratzer von Diener & Diener Architekten. NZZ-Online führte mit dem Roger Diener von Diener & Diener Architekten ein Interview zur Initiative und zur gegenwärtigen Baugeschehen in der Limmatstadt.
 
Der Initiative gwinnt Diener nichts ab: „Für diese Forderung kann ich beim besten Willen kein Verständnis aufbringen. Zürich besitzt seit den sechziger Jahren eine Reihe von qualitätvollen Hochhäusern zum Wohnen und Arbeiten. Jetzt wird eine Reihe dazu kommen. Wenn die Standorte sorgfältig gewählt werden, gibt es keinen Grund, das verhindern zu wollen.“
 
Diener & Diener Architekten sind nicht nur für den Bau des Mobimo-Towers zuständig sondern auch für die Planung des gesamten, nahe gelegenen Maag Areals inklusive des Prime Towers. Auf die Frage, warum sich dieser Ort gut für Hochhäuser eigne, führt Roger Diener aus, das Amt für Städtebau habe schon vor Jahren eine systematische Untersuchung über die Eignung der veschiedenen Stadträume für Hochhäuser erarbeitet. „Der Masterplan für das Maagareal plus war von Anfang an in dieses übergeordnete Konzept eingebunden. Generell kann aber gesagt werden, dass sich das Limmattal als Stadtraum gewiss besser eignet für Hochhäuser als die Hänge auf beiden Seiten des Tals.“ Auf die Architektur, die im Laufe der vergangenen Jahre auf Zürcher Boden entstand, kann die Stadt laut Diener zu einem grossen Teil stolz sein. „Ich glaube, nirgendwo in Europa sind in diesen Jahren ähnlich hochwertige Projekte realisiert worden. Dazu einzelne architektonische Perlen wie das Stadion Letzigrund, die Schulhäuser im Birch und in Leutschenbach oder die Kunsthochschule auf dem Toni-Areal, die jetzt im Bau ist.“ (mai)