300`000 Menschen müssen in China umgesiedelt werden

300`000 Menschen müssen in China umgesiedelt werden

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Teaserbild-Quelle: Wikimedia
Im Gebiet des Drei-Schluchten-Damms in Zentralchina müssen 300'000 Menschen ihre Heimat verlassen. Die Umsiedlung sei nötig, um einen ökologischen Schutzgürtel um das riesige Wasserreservoir herum zu errichten, heisst es in den staatliche Medien.
 
 
Mit einer Höhe von 185 Metern und einem 600 Kilometer langen Reservoir gilt der Drei-Schluchten-Staudamm in der Provinz Hubei als eines der grössten Talsperrenprojekte der Welt. Die Bauarbeiten begannen 1993. Seit 2008 wird das Reservoir mit Wasser gefüllt und Elektrizität produziert. Für den Bau des gigantischen Staudamms am Jangtse-Strom, mit dem das weltweit grösste Wasserkraftwerk entstand, sind in den vergangenen Jahren bereits rund 1,4 Millionen Menschen umgesiedelt worden. Um den Stausee gibt es gemäss Berichten erhebliche Probleme mit Wasserverschmutzung und Erdrutschen.
 
Jetzt müssen weitere 300'000 Menschen ihr Zuhause verlassen: Mit der Umsiedlung aus den Gebieten um das Reservoir solle die Wasserqualität des Jangtse verbessert werden, weil dann weniger Abwasser in den Strom fliessen würde, sagte ein Verantwortlicher für die Umsiedlung laut der Zeitung "China Daily". Ausserdem müssten die Menschen vor möglichen Erdrutschen in Sicherheit gebracht werden. Die Umsiedlung, die noch abschliessend vom Staatsrat beschlossen werden muss, wird sich voraussichtlich sich über zehn Jahre hinziehen.

Umstrittenes Projekt

Das Projekt war immer wieder umstritten. Während seine Befürworter im Bau vor allem eine Verbesserung des Hochwasserschutzes sehen, befürchten seine Gegner ökologische Folgen und geologische Gefährdungspotenziale. Kritik am Projekt ist in China strengstens untersagt: So ist das Buch der Staudammgegnerin Dai Quing verbrannt worden, ihr wurde ein Publikationsverbot auferlegt und ausserdem musste Quing für zehn Monate ins Gefängnis. Laut wikipedia.ch sind die Kosten des Bauwerks anfangs mit 26 Millliarden US Dollar beziffert worden. Schätzungen gehen von Gesamtkosten bis 2013 von 75 Milliarden aus, weiss Wikipedia. (mai/sda)