2500 Franken schwere Durchschnittsmiete

2500 Franken schwere Durchschnittsmiete

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Die „Seefeldisierung“ des Kantons Zug schreitet voran. Dennoch teilte die Zuger Regierung vergangenen Herbst mit, dass die Durchschnittsmiete für eine Vierzimmerwohnung im Kanton 2000 Franken beträgt. Tatsächlich kostet eine inserierte Wohnung dieser Grösse aber 500 Franken mehr.
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Trügt die Idylle an den Ufern des Zugersees?
 
 
Der Trend, dass sich Leute mit tiefem bis mittlerem Einkommen in Zug kaum noch eine Wohnung leisten können und in andere Kantone ausweichen müssen, ist nichts neu. Doch die Zuger Regierung sah es vergangenen November anders: In einer bei Wüest & Partner in Auftrag gegebenen Analyse kam sie zum Schluss, dass sich der durchschnittliche Nettomietzins für eine Vierzimmerwohnung im Kanton auf 2000 Franken beläuft. Von einer „Vertreibung aus dem Paradies“ könne keine Rede sein, zitierte die „Zuger Zeitung“ Baudirektor Heinz Tännler, als das Schweizer Fernsehen in einer Reportage über die Abwanderung der Normalverdiener berichtete.
 
In der Zwischenzeit hat die Regierung zusammen mit dem Beratungsunternehmen Wüest & Partner, die Zahlen noch einmal unter die Lupe genommen und liefern nun in einer Medienmitteilung Hintergrundinformationen. In vielen Rückmeldungen sei die Meinung geäussert worden, dass die mittlere Monatsmiete von 2000 Franken (netto) für eine Vierzimmerwohnung nicht der Realität entspreche. Diese Zahl sei zu tief. Laut Tännler veranlasste dies die Regierung, noch einmal auf die Zahlen zu sprechen zu kommen.
 
Weise man Mietpreise für Vierzimmerwohnungen aus, stelle sich insbesondere die Frage nach der Wohnungsgrösse, erklärt die Baudirektion des Kantons in ihrer aktuellen Medienmitteilung. Um einen korrekten Vergleich über verschiedene Regionen zu gewährleisten, hätten Wüest & Partner ihren Analysen standardisierte Wohnungsgrössen zugrunde gelegt. „Die gegenwärtig im Kanton Zug offerierten Vierzimmerwohnungen weichen von der typischen Wohnungsgrösse, die sich aus Alt- und Neubauwohnungen ergibt, aber ab“, erklärt Patrick Schnorf, Partner bei Wüest & Partner. Sie seien im Schnitt grösser und somit auch teurer. Überwiegend handle es sich dabei um Neubauwohnungen mit einem hohen Ausbaustandard, so Schnorf weiter. Deshalb sind die für den Vergleich berechneten Werte tiefer als die effektiv inserierten Mietpreise.

Zürich 300 Franken teurer

Betrachte man die effektiven, nicht für den Vergleich standardisierten Preise im Wohnungsangebot, liege der inserierte Mietpreis für eine Vierzimmerwohnung im Mittel des Kantons bei 2'500 Franken netto (Median), teilt die Baudirektion mit. Dies entspreche eher dem öffentlich wahrgenommenen Preisniveau als die für Vergleichszwecke berechneten 2'000 Franken. Auch in den Vergleichsregionen seien die Preise so betrachtet auch höher: am Pfannenstiel liegen sie bei 2'600, in Luzern bei 1'900 und in Zürich bei 2'800 Franken.
 
Die Baudirektion schränkt aber ein, dass in diesen Daten die bestehenden Mietverhältnisse nicht enthalten sind. Sie sagten deshalb nichts über die Mietbelastung der Mehrheit der Mieter im Kanton Zug aus. (mai/mgt)