24`000 Bauarbeiter wollen GAV-Verlängerung

24`000 Bauarbeiter wollen GAV-Verlängerung

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Im Streit um einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) für die Baubranche haben die Baumeister den Bund eingeschaltet. Sie verlangen, dass der Bundesrat den Ende 2011 abgelaufenen GAV verlängert, bis sich die Baumeister und Gewerkschaften auf eine neue Lösung geeinigt haben.
 
Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) hat beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) ein entsprechendes Gesuch eingereicht. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, griffen die Baumeister zu einer aussergewöhnlichen Massnahme, indem sie zum ersten ersten Mal in ihrer Geschichte das taten, was sonst Gewerkschaften tun: Sie sammelten vergangenen Dezember beim Baupersonal Unterschriften. Rund 24'000 Bauarbeiter unterzeichneten die Forderung nach einer Verlängerung des 2011 ausgelaufenen GAV. Die Hälfte der Angestellten, die zu diesem Zeitpunkt auf Schweizer Baustellen tätig waren, haben gemäss SBV das Anliegen unterstützt.

Gaillard hätte auch unterschrieben

Heute Montag überreichten SBV-Vertreter die Unterschriften an Serge Gaillard, den Leiter der Direktion für Arbeit beim Seco. Dieser zeigte Verständnis für die Forderung: "Wäre ich Bauarbeiter, hätte ich auch unterschrieben", sagte der ehemalige Gewerkschaftsfunktionär am Rande der Unterschriftenübergabe gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Alle Beteiligten hätten ein Interesse daran, dass auf dem Bau kein vertragsloser Zustand herrsche. Allerdings dämpfte Gaillard die Erwartungen der Baumeiste auchr: Aus rechtlichen Gründen könne der Bundesrat keinen ausgelaufenen Vertrag für allgemeinverbindlich erklären. Es brauche neue Verhandlungen der Sozialpartner. Die Baumeister seien nach wie vor offen für Gespräche mit den Gewerkschaften, sagte SBV-Direktor Lehmann im Gespräch mit der sda. Zwei Bedingungen müssten aber erfüllt sein: "Für die Dauer der GAV-Verhandlungen darf es keine Störaktionen oder Streiks geben." Zudem müssten sich alle Sozialpartner zur Vertraulichkeit verpflichten.

Gewerkschaften: "hilflose PR-Aktion"

Die Gewerkschaften zeigten sich unbeeindruckt vom Vorgehen der Baumeister. Die Unterschriftensammlung sei "eine hilflose PR-Aktion um davon abzulenken, das der Baumeisterverband selbst die Verhandlungen hat scheitern lassen", teilten die Gewerkschaften Unia und Syna mit. Auch die Gewerkschaften sind nach eigenen Angaben gegen einen vertragslosen Zustand in der Baubranche. Deshalb hätten sie dem Baumeisterverband vorgeschlagen, den abgelaufenen GAV bis Ende März zu verlängern. Dieses Angebot hat jedoch der SBV abgelehn: Er ist der Ansicht, dass es eine längere Übergangsfrist braucht. (sda)