200 Millionen für Skipisten und Co.

200 Millionen für Skipisten und Co.

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Im Gebiet Urserntal-Oberalp sind im Zusammenhang mit Samih Sawiris Tourismusresort 17 Lifte und Gondelbahnen, 100 Kilometer Skipisten sowie Beschneiungsanlagen vorgesehen. Kostenpunkt: 200 Millionen Franken. Jetzt haben die Kantonsregierungen Uri und Graubünden die Richtplan-Anpassungen genehmigt. Drei Umweltorganisationen sind aber immer noch nicht zufrieden. - Derweil sind die Bauarbeiten in Andermatt auf Kurs (siehe Box).
 
 
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Andermatt soll seinen Gästen im Winter ungetrübtes Sportvergnügen bieten können.
 
Die Urner und die Bündner-Kantonsregierungen sehen im Ausbau des neuen Skigebietes eine Aufwertung für die ganze Region. Es steht im Zusammenhang mit dem Tourismusresort des ägyptischen Investors Samih Sawiris in Andermatt. Ausbau und Modernisierung der touristischen Infrastruktur der Region Gotthard seien für die Entwicklung des Urserntals notwendig, hält die Urner Regierung fest. Die Destination werde damit für den Tages- und den Residenztourismus konkurrenzfähig. Insgesamt führe der Ausbau zu einer international wettbewerbsfähigen Destination. Ein grosses sieht die Regierung im Umstand, dass die Region auch winters mit dem Öffentlichen Verkehr gut erreichbar ist. Die nun genehmigte und behördenverbindliche Richtplananpassung umfasst das Gebiet zwischen Hospenthal UR und Sedrun GR.
 
Für den Ausbau der Ski-Infrastruktur haben die Andermatt Gotthard Sportbahnen AG (AGS) und die Andermatt Swiss Alps AG (ASA) oder vielmehr die Andermatt Surselva Sport AG (ASS) einen Masterplan erarbeitet. Zudem ist die Sedrun Bergbahnen AG (SB AG) in den Planungsprozess involviert.

Gewichtige Einwände wurden berücksichtigt

Der Richtplan wurde im Mai 2011 aufgelegt. Insgesamt sind 77 Eingaben gemacht worden. Diese sind grösstenteils in die Richtplan-Anpassung eingeflossen. Wie die Urner Justizdirektorin Heidi Zgraggen anlässlich einer Medienkonferenz ausführte, wurde die Planung entscheidend optimiert, um wesentlichen Anliegen der Umweltverbände zu entsprechen. So seien unter anderem der VCS und die Stiftung Landschaftsschutz mit dem nun erzielten Ergebnis zufrieden, hiess es. Die einen Tag vor der Genehmigung der Richtplananpassung angemeldeten Vorbehalte des WWF, der Pro Natura und von Mountain Wilderness und die Androhung von Beschwerden wies Z'graggen zurück. Sie seien in Unkenntnis des Ergebnisses des Verfahrens verfasst worden. Die von diesen Organisationen geforderten weiteren Berichte seien in den Grundzügen vorgelegen, obwohl sie gemäss schweizerischem Raumplanungsrecht nicht notwendig seien. Uri habe Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit geprüft. Projektkoordinator des Kantons Uri, Benno Bühlmann, spricht sogar davon, dass 80 bis 90 Prozent der gewichtigen Einwände gegen das Projekt berücksichtigt worden sind. So hat man etwa die Liftanlage Felsental - ein Hauptpunkt der Kritik - gestrichen. Ebenfalls nicht realisiert wird das in der ersten Eingabe vorgesehene Restaurant am Lutersee. - Klappt alles mit den erforderlichen Konzessions- und Planungsgenehmigungen, starten in einem Jahr mit die Bauarbeiten. Somit könnten die ersten Seilbahnanlagen im Gebiet Andermatt-Nätschen-Gütsch-Oberalp bereits im Dezember 2013 den aufnehmen. (mai)
 

Bauherrin mit Stand der Bauarbeiten zufrieden

Das Tourismusprojekt in Andermatt schreitet zügig voran. Die teilt die Andermatt Swiss Alps mit. Auf den drei Grossbaustellen Hotel The Chedi, Podium und Golfplatz seien die Arbeiten Dank des guten Wetters dem Plan teilweise sogar voraus. Diesen November soll der Rohbau des Chedi stehen. Und bis Ende Jahr soll ein Drittel des insgesamt 46 000 Quadratmeter grossen und acht Meter hohen „Podiums“stehen: Dieses bildet den Sockel für die künftige Überbauung. Es wird neben einem unterirdischen Empfang und 650 Parkplätzen, Haustechnikanlagen sowie Werkstätten und Keller beherbergen. Auf dem Podium selbst kommen dann 42 Apartmenthäuser und fünf Hotels zu stehen. Derweil laufen die Arbeiten auf dem Golfplatz laut Andermatt Swiss Alps ebenfalls auf Hochtouren: die Erdarbeiten für die Spielbahnen seien abgeschlossen und rund ein dutzend Weiher angelegt.
 
Zwischen Januar und Juni wurden Kaufverträge für 53 Millionen Franken abgeschlossen werden, daneben bestehen per Ende Juni Reservationsverträge im Umfang von 22.5 Millionen. Dieses Jahr hat sich die Gesellschaft des ägyptischen Investors Samih Sawiris zum Ziel gesetzt, in Andermatt Immobilien im Wert von 120 Millionen Franken zu verkaufen.

Bauaufträge für 185 Millionen Franken

In der ersten Jahreshälfte hat die Swiss Alps Bauaufträge im Umfang von 55 Millionen Franken erteilt. Laut dem Unternehmen werden in den kommenden Wochen werden weitere Aufträge im Umfang von 60 Millionen vergeben. Damit werde bis Ende Jahr Aufträge von insgesamt 185 Millionen seit Baubeginn erteilt worden sein.
 
Für die zweite Jahreshälfte erwartet man die Erteilung der Baubewilligungen für die ersten vier Wohnhäuser, für erste Villa und das Golfclubhaus. Gegen Ende Jahr werden Baubewilligungsgesuche für das Hotel Radisson Blu, das Sportcenter, die Talstation der neuen kombinierten Gondel- und Sesselbahn Andermatt-Nätschen-Gütsch sowie für die Fussgängerunterführung und für die Skiunterführung eingereicht. Auch die städtebauliche Entwicklung des Gebietes zwischen dem heutigen Bahnhof und der Umfahrungsstrasse wird mit Hochdruck vorangetrieben. Der eigens diesem Zweck ins Leben gerufene internationale anonyme Planungs- und Architekturwettbewerb ging Anfang Juni in die zweite Phase. Die Resultate dürften im Spätherbst bekannt gegeben werden. (mai/mgt)