192 Räder für einen Baum

192 Räder für einen Baum

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Teaserbild-Quelle: zvg
Im US-Bundesstaat Louisiana wurde eine uralte Eiche mit Hilfe deutscher Technik um zwei Kilometer versetzt.
 
 
Das Projekt zur Ausführung war bereit, die Genehmigung eingeholt und die Finanzierung gesichert. Dem Bau einer neuen Strasse bei der Stadt New Iberia im US-Bundesstaat Louisiana stand nichts mehr im Weg – ausser einer 400 Tonnen schweren und 150 Jahre alten Eiche.
 
Eigentlich sollte der Baum mit dem Übernamen "Mr. Al" gefällt werden. Das gefiel Kelli Peltier überhaupt nicht. Die langjährige Nachbarin der Rieseneiche startete eine Petition zum Erhalt ihres Lieblingsbaums. Das sahen irgendwann auch die Behörden so und beschlossen, Mr. Al zu versetzen, statt ihn zu Brennholz zu verarbeiten.
 

"Umfangreiche" Vorbereitung

Doch wie transportiert man einen 20 Meter hohen Baum über eine Strecke von zwei Kilometern? Erstmals definierten Spezialisten die ungefähre Grösse des lebensnotwendigen Wurzelwerks. Rund 13 Meter im Durchmesser und etwa zwei Meter hoch sollte das überlebenswichtige „Bett“ von Mr. Al für den Transport und das erfolgreiche Anwachsen sein.
Am alten Standort wurde zuerst rund um den Baum ein Graben ausgehoben. Danach schnitten Fachleute den Wurzelballen ab, verpackten ihn, stellten das Ganze auf Traversen und hoben es mit einer speziellen Vorrichtung an. Jetzt konnten die beiden Transportfahrzeuge unter den Baum fahren und die Fracht wurde gesichert.
 

Technik aus Bayern

Für den knapp zwei Kilometer langen Weg benötigten die Spezialisten der amerikanischen Berard Transportation rund 90 Minuten, wobei das Auf- und Abladen des Baumriesen je drei Stunden in Anspruch nahm. Zum Einsatz kam auch Technik vom alten Kontinent. Die Transportfirma bediente sich zweier Schwerlasttransporter der deutschen Goldhofer AG aus Memmingen.
Diese selbstfahrenden Fahrzeuge besitzen keine Führerkabine, sondern werden mit einer Fernsteuerung dirigiert. In New Iberia kamen zwei parallel gekuppelte PST-Modelle zum Einsatz, die eine Last von 36 Tonnen je Achslinie tragen. Insgesamt verfügt die Fahrzeugkombination über 192 Räder. (tst)