178 Meter hoher Roche-Turm eröffnet

178 Meter hoher Roche-Turm eröffnet

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Unübersehbares Wahrzeichen: der Roche-Turm. (Taxiarchos228. Lizenziert unter FAL über Wikimedia Commons)

Das höchste Gebäude der Schweiz wurde heute offiziell eröffnet: Der 178 Meter hohe Bau 1 des Pharmakonzerns Roche überragt den Zürcher Prime Tower als bisherigen Rekordhalter um 52 Meter.

Unübersehbares Wahrzeichen: der Roche-Turm. (Taxiarchos228. Lizenziert unter FAL über Wikimedia Commons)

Der Büroturm aus der Feder von Herzog & de Meuron verfügt über 41 Stockwerke  kostete 550 Millionen Franken. Bis nächsten Frühling sollen dort rund 2000 derzeit noch auf diverse Standorte in Basel verteilte Angestellte in ihre neuen Büros beziehen. Der Roche-Trum ist im Gegensatz zum Zürcher Prime Tower nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Zwar befindet sich zuoberst im Bau 1 ebenfalls ein Restaurant, aber dieses bleibt dem Personal vorbehalten.              

Lange wird der Turm die Liste der höchsten Türme des Landes aber nicht anführen. Denn bereits 2021 soll ihm auf dem Roche- Areal der 205 Meter hohe Bau 2 den Rang ablaufen; das Bürogebäude will der Konzern im Zuge seiner im Oktober 2014 vorgestellten Arealentwicklung realisieren. Des Weiteren plant Roche ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Innerhalb von zehn Jahren will der Pharmariese am Konzernsitz rund drei Milliarden Franken investieren: Denn mit der Verdichtung des historisch gewachsenen Areals sollen möglichst viele der insgesamt 9000 Arbeitsplätze in Basel an einem Standort zusammen gefasst werden.

„Gewalttätigste und respektloseste Architektur“

Weil sich das 120'000 Quadratmeter grosse Roche-Aareal flächenmässig nicht vergrössern lässt, will man den zusätzlich benötigten Platz mit dem Bau von höheren Gebäuden gewinnen. Umstritten ist diese Strategie nicht unumstritten.: Gingen gegen den Bau 1 noch 19 Einsprachen ein, ist der Widerstand gegen den 27 Meter höheren Bau 2 nun deutlich grösser. 89 Anwohner und Hausbesitzer reichten gegen den Bebauungsplan Einsprachen ein. Bei den Basler Behörden geht man jedoch davon aus, dass diese das Projekt kaum verzögern werden.

Schon mit dem Bau 1 hat Basel ein Wahrzeichen erhalten, das von weitem zu sehen ist. Für manche prägt es die Silhouette aber zu stark.  Der ehemalige Basler Stadtbaumeister Carl Fingerhuth gehört zu den schärfsten Kritikern des Bauwerks. Er hatte es bereits schon zwei wei Jahre vor der Fertigstellung als „bisher gewalttätigste und respektloseste Architektur“ der Schweiz bezeichnete. In seiner städtebaulichen Haltung dominiere das Projekt alle bestehenden Schichten von Basel und mache sich selbst zum Zentrum der Aufmerksamkeit, kritisierte Fingerhuth in einem 2013 in der „Neuen Zürcher Zeitung“  publizierten Beitrag. In den Augen des 1936 geborenen ETH-Architekten ist unverständlich, dass die Politik und die Fachwelt zu diesem Projekt geschwiegen haben. (mai/sda)

Höchste Gebäude der Schweiz

Zehn höchste Gebäude, gebaut oder im Bau

  1. Bau 1, Basel, 2015,178 Meter
  2. Prime Tower,  Zürich, 2011, 126 Meter
  3. Swissmill-Getreidesilo, Zürich, 2015/2016 (im Bau), 118 Meter
  4. Messeturm, Basel, 2003, 105 Meter
  5. Sulzer-Hochhaus (Wintower), Winterthur, 1966, 100 Meter
  6. Hardau-1-Hochhaus, Zürich, 1978, 95 Meter
  7. Cité du Lignon Tour 1, Vernier GE, 1968, 91 Meter
  8. Swisscom Tower, Winterhtur, 1999, 90 Meter     
  9. Sunrise Tower (Hochhaus Hagenholzstrasse), Zürich, 2004, 88 Meter
  10. Swissôtel, Zürich, 1972, 85 Meter

Gebäude in der Projektierungsphase        

  1. Femme de Vals, Vals, Realisierung und Zeitplan ungewiss, 381 Meter     
  2. Bau 2 (Roche-Turm), Basel, 2021; 205 Meter
  3. Bau 4 (Roche-Areal), Basel, 2021/22, 132 Meter
  4. Leuchtturm, Basel, Realisierung und Zeitplan ungewiss, 125 Meter 
  5. Quartier Les Cèdres, Chavannes-près-Renens VD, Zeitplan ungewiss, 117 Meter
  6. Zentrum Bären, Ostermundigen, 2019, 100 Meter
  7. Werk 1, Winterthur, Zeitplan ungewiss, bis 100 Meter
  8. Claraturm, Basel, Zeitplan ungewiss, 96 Meter
  9. Baloise-Turm, Basel, 2019, 89 Meter

(Auflistung ohne Anspruch auf Vollständigkeit.) sda