17 Kilometer Kanal saniert und renaturiert

17 Kilometer Kanal saniert und renaturiert

Gefäss: 
Bald schliesst die längste Wasserbaustelle der Schweiz: Auf 17 Kilometern wurde der Linthkanal in den letzten Jahren saniert und renaturiert, um ihn den Anforderungen des Hochwasserschutzes anzupassen. Bis 2013 stehen noch verschiedene Abschlussarbeiten an.
 
Am Linthkanal sind die Hauptarbeiten weitgehend abgeschlossen: Die Dämme wurden saniert, sowie erhöht und verbreitert. Dies soll nicht nur den Hochwasserschutz sicherstellen, sondern auch ermöglichen, dass dort notfalls grosse und schwere Baumaschinen auffahren können. Zudem wurden die beiden Hintergräben bis auf den Abschnitt beim Giessen (siehe Karte hier) verbreitert. Damit können sie nun viel mehr Wasser ableiten. Allerdings müssen dort noch die Abtiefungen abgeschlossen werden. Derweil laufen im Hänggelgiessen die Arbeiten an einem regulierbaren Wehr, das künftig die Dämme sichern soll: Bei einem extremen Hochwasser kann es geöffnet werden, um die Fluten temporär in den vergrösserten rechten Nebengraben und in einen Teil der Schänner Ebene zu leiten.
 
Bis im Frühling 2013 stehen auf der ganzen Strecke des Linthkanals noch verschiedene Abschlussarbeiten an: Unter anderem erhalten die neuen Dammwege einen Kiesbelag. Zudem werden die Zufahrtsstrassen wieder instand gesetzt, ebenso die Nebengrabenstrasse. Letzteres ist nötig, weil durch die intensive Nutzung während der Bauarbeiten Schäden entstanden sind. Des weiteren muss die Landschaft neu vermessen werden. Grund sind die starken Veränderungen der Landschaft beim Linthwerk, wie die breiteren und höheren Dämme und die Verlegung des F-Kanals (siehe Karte hier).

Neue Riete und Auen

Bei der Renaturierung wird auf Konzentration der Mittel gesetzt: Die entsprechenden Massnahmen finden nicht auf der gesamten Länge des Linthwerks statt, sondern konzentrieren sich auf grosse Flächen, wo Erfolge erzielt werden können. So wurde im Hänggelgiessen der alte Flusslauf reaktiviert, ein Tümpel ausgehoben sowie Steil- und Flachufer angelegt. Dies soll den Nährboden für flächige Auen und Rietgebiete schaffen.
 
Die Bäume, die den Kanal säumten, mussten aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Ihr weitverzweigtes Wurzelwerk schwächte die Widerstandsfähigkeit der Dämme. An ihrer statt werden verschiedene Baumarten gepflanzt, die unterschiedlich schnell wachsen. Ihre Verteilung geschah laut Linthkommission „nach dem Zufallsprinzip“. Anstelle von Alleen, werden an vielen Orten Bäume und Gebüsche zu Nischen zusammengefasst, wo zusätzlich Bänke zum Verweilen einladen.
 
Die Kosten liegen voraussichtlich unter vorgegebenen, bewilligten Rahmen von 127 Millionen Franken. (mai/mgt)
 
Vor rund einem Jahr waren das „baublatt“ auf der Baustelle des Linthkanals unterwegs: 
 

47.212179, 8.974564