159 Millionen für Erdwärme

159 Millionen für Erdwärme

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Am 28. November entscheiden die Stimmberechtigten der Stadt St. Gallen über einen 159-Millionen-Kredit für ein Erdwärme-Kraftwerk. Wird das richtungsweisende Projekt angenommen, könnten bis zur Hälfte der Wohnhäuser mit Geothermie beheizt werden. Doch das Vorhaben birgt auch beträchtliche finanzielle Risiken.
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Im März 2010 waren die seismischen Messungen in St. Gallen abgeschlossen, welche der Planung der Tiefenbohrung und der Bestimmung des Kraftwerk-Standorts vorausgegangen sind.
 
159 Millionen: Noch nie in der Geschichte St. Gallens haben die Stimmberechtigten über einen höheren Betrag entschieden. 76 Millionen Franken kosten die Tiefenbohrungen und der Bau des Kraftwerks. Für 83 Millionen soll das bestehende Fernwärmenetz in Etappen ausgebaut werden. Der zuständige Stadtrat Fredy Brunner sprach im Parlament von einer grossen Chance für St.Gallen. Unter der Stadt wird in einer Tiefe von 4000 bis 5000 Metern heisses Wasser mit Temperaturen von bis zu 170 Grad erwartet. Seismische Messungen im vergangenen Frühling lieferten gute Vorzeichen.

60-Millionen-Risiko

Ob im Erdinnern aber tatsächlich das nötige Heisswasser für ein Geothermie- Kraftwerk gefunden wird, ist nicht sicher. «Erst die Bohrung bringt es an den Tag», sagte Brunner. Das Projekt ist nicht ohne Risiko. Im schlechtesten Fall droht der Stadt ein Verlust von 60 Millionen Franken. Ein Drittel davon ist vom Bund versichert. Sagt das Volk Ja zur Geothermie, sollen 2011 und 2012 die Bohrungen durchgeführt werden. Bringen sie die erhofften Resultate, könnte die Erdwärme ab 2014 genutzt werden. Gegen den 159-Millionen-Kredit gibt es kaum Opposition. Nur eine Vereinigung von Erdölhändlern machte sich für ein Nein stark.
 
Ebenfalls am 28. November kommt eine Initiative «Stadt ohne Atomstrom» zur Abstimmung. Sie will, dass die Stadt keine Atomstrom-Verträge mehr verlängert oder neu abschliesst. Ein Gegenvorschlag des Stadtparlaments sieht einen Atom- Ausstieg bis 2050 «unter Wahrung der Versorgungssicherheit» vor. (mrm/sda)