15`000 Sonnenkollektoranlagen mehr

15`000 Sonnenkollektoranlagen mehr

Gefäss: 
Die Fläche installierter Sonnenkollektoren für Warmwasser und Heizungsunterstützung nahm im 2011 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent zu. Dies geht aus einer Markterhebung hervor, die der Schweizerische Fachverband für Sonnenergie (Swisssolar) in Auftrag gegeben hat. Zufrieden ist Swisssolar mit diesem Resultat allerdings nicht.
 
Das englische Marktforschungsinstitut BSRIA hat für Swissolar den Schweizer Solarwärmemarkt 2011 untersucht. Basierend auf den Verkaufszahlen von 24 Firmen, die rund zwei Drittel des Marktes abdecken, ergibt die Hochrechnung für den Gesamtmarkt folgendes Bild: Im Jahr 2011 hat sich die Fläche mit schätzungsweise 15‘000 neu installierten Sonnenkollektoranlagen für Warmwasser und Heizungsunterstützung um knapp 140‘000 Quadratmeter vergrössert. Im Vergleich zum Jahr 2010 entspricht dies etwa einem Flächenwachstum von 1,5 Prozent.
 
Damit sei die gesamte installierte Kollektorfläche zur Nutzung von Solarwärme in der Schweiz deutlich über 900‘000 Quadratmeter gestiegen, teilt die Swisssolar mit. Die Studienautoren nehmen an, dass die insgesamt rund 100‘000 Anlagen 2011 etwa 120‘000 Tonnen des Treibhausgases CO2 eingespart haben.

Verbindliche Solarwärmeziele von Bund und Kantonen

Trotz dieses sanften Aufwärtstrends stuft Swisssolar das Wachstum angesichts der rekordverdächtigen Heizölpreise und gestiegenen Gaspreise des letzten Jahres als bescheiden ein. Der Verband verweist auf eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesamtes für Energie, die aufzeigt, dass im Schweizer Wohngebäudepark bis zu 60 Prozent des Wärmebedarfs durch Sonnenergie gedeckt werden könnten. Gegenwärtig liegt dieser Anteil bei rund 0,7 Prozent. Das will Swisssolar ändern und hat für die Schweiz darum „ein klares und realisierbares Zwischenziel“ gesteckt: Bis 2035 sollen im Wohngebäudepark 20 Prozent des Wärmebedarfs für Heizung und Warmwasser mit Hilfe der Sonne gespeist werden. Dafür braucht es zwei Quadratmeter Kollektoren pro Einwohner. Erreichen will dies der Fachverband neben anderem mit verbindlichen Solarwärmezielen von Bund und Kantonen, gezielten Fördermassnahmen für grössere Anlagen sowie mit festen Pflichtanteilen für solar erzeugtes Warmwasser. (mai)