102-Mio.-Franken-Kredit für Tram Bern-Ostermundigen beantragt

102-Mio.-Franken-Kredit für Tram Bern-Ostermundigen beantragt

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Der Berner Regierungsrat hat einen Kredit von rund 102 Millionen Franken für den Bau des Trams von Bern nach Ostermundigen genehmigt. Ob der Kanton Bern dieses Geld ausgeben kann, entscheidet der bernische Grosse Rat voraussichtlich im Juni.

Grundsätzlich entspricht die Linienführung des geplanten Trams - für den Teil Bern-Ostermundigen - dem Auflageprojekt des an der Urne gescheiterten Vorgängerprojekts Tram Region Bern. Im Gegensatz zum Vorgängerprojekt soll das Tram nicht bis auf den Ostermundiger Rüti-Hügel fahren, sondern vorher wenden. Zurzeit wird der neue Standort der Wendeschlaufe in Ostermundigen evaluiert, in der zweiten Hälfte diesen Jahres soll er definitiv festgelegt werden. Dies teilte der Berner Regierungsrat heute Freitag mit. Ebenso wird derzeit die künftige Erschliessung der Rüti erarbeitet.

Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf total rund 264 Millionen Franken. Davon übernimmt der Kanton rund 53 Prozent. Ein Drittel der Kantonsgelder entfallen gemäss dem kantonalen Gesetz über den öffentlichen Verkehr auf die Gesamtheit der bernischen Gemeinden. Das ist der sogenannte "Gemeindedrittel". Für die übrigen Kantonsgelder hat der Regierungsrat zu Handen des Grossen Rates den Kredit von rund 102 Millionen Franken genehmigt. Dieser Betrag enthält eine Kostenungenauigkeit von 10 Prozent. Die verbleibenden Kosten, also rund 47 Prozent der Gesamtkosten, werden vom Bund, der Stadt Bern, der Gemeinde Ostermundigen und den betroffenen Infrastrukturwerken getragen.

Ostermundigen hat das Projekt im Rahmen einer Volksabstimmung bereits am 3. April 2016 genehmigt. Die Volksabstimmung über den Kostenanteil der Stadt Bern soll im November 2017 stattfinden. Sobald die Kreditentscheide vorliegen, wird das Bewilligungsverfahren wieder aufgenommen. Mit dem Bau wollen der Kanton Bern und die Gemeinden spätestens 2022 beginnen; sie rechnen mit einer Bauzeit von rund fünf Jahren.

Mehr Platz und mehr Fahrkomfort

Im Herbst 2014 hatte die Stadtberner Stimmbevölkerung zwar Ja zum Projekt Tram Region Bern gesagt, doch Ostermundigen und Köniz lehnten es ab. Damit war das Projekt, das die ganze heutige Bernmobil-Buslinie 10 von Schliern bei Köniz bis Rüti Ostermundigen ersetzen sollte, gescheitert. Die Kosten für dieses Projekt wurden damals mit 500 Millionen Franken angegeben. Den Bedarf für das Nachfolgeprojekt Bern-Ostermundigen begründet die Berner Regierung im Wesentlichen gleich wie das Vorgängerprojekt: Die Buslinie 10 zwischen Bern und Ostermundigen sei eine der nachfragestärksten Linien von Bernmobil. Mit der laufenden Entwicklung in Bern und Ostermundigen werde in den nächsten Jahren eine weitere Zunahme des Verkehrsaufkommens erwartet. Die bestehende Buslinie und die S-Bahn könnten den zusätzlichen Verkehr nicht aufnehmen. Deshalb müsse die Linie 10 auf Tram umgestellt werden. Das Tram schaffe mehr Platz für die Passagiere sowie mehr Fahrkomfort und Pünktlichkeit. (sda/mai)