100 Jahre Arosa-Bahn

100 Jahre Arosa-Bahn

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Teaserbild-Quelle: Wikipedia, gemeinfrei

2014 ist für die Rhätische Bahn (RhB) ein stolzes Jubiläumsjahr. Neben dem 125 Jahr Jubiläum feiert sie die Eröffnung der Verbindung von Chur nach Arosa. Diese firmierte 1914 als Aktiengesellschaft Chur-Arosa Bahn, bevor sie 1942 in die RHB integriert wurde. Die Strecke reduzierte die fünfstündige Reise nach Arosa auf 80 Minuten und kurbelte den Tourismus nach Arosa an. Während der ersten Betriebsjahren wurde sie allerdings behindert durch Abschottung der Schweiz infolge des Ersten Weltkriegs.

Als Startschuss zu den Jubiläumsfeierlichkeiten wurde auf dem Bahnhofplatz in Chur eine buntbemalte Jubiläums-Lokomotive präsentiert, die sozusagen als sehr gewichtiges Jubiläums-Maskotchen die verschiedenen Jubiläumsanlässe begleiten soll.

Sämtliche Bahnhöfe an der Strecke Chur-Arosa wurden aufgefrischt und bis zum Festakt im Dezember wird auch die Renovation des Bahnhofs Arosa abgeschlossen. Er wird erneuert und auch behindertengerecht ausgebaut.

Bau in Rekordzeit

Die Fahrt von Chur nach Arosa über 1000 Höhenmetern beginnt eigentlich recht gemütlich wie eine Tramlinie. Die Bahn durchquert ab Bahnhof Chur auf anfänglich zwei Gleisen die Stadt, folgt eingleisig der Plessur, um ab Stadtgrenze auf eigenem Geleisekörper als Gebirgsbahn das Schanfigg hinauf zu fahren bis nach Arosa.

Insgesamt überwindet die Bahn 1155 Höhenmeter auf attraktiven 25,7 Kilometer Streckenlänge, wobei im Schanfigg noch fünf Zwischenbahnhöfe bedient werden. Stützmauern, Tunnels, Verbauungen aller Art und vor allem Brücken machten den Bau der Linie auch für heutige Begriffe sehr schwierig und aufwendig. Um so verblüffender erscheint die kurze Bauzeit. Baubeginn war der 1. August 1912 und die Eröffnung der Bahnlinie fand 29 Monate später statt, am 12. Dezember 1914. Von Anfang an wurde die Bahn elektrisch betrieben.

Aufwendiger Streckenunterhalt

Die Führung der Bahnstrecke nach Arosa hat sich bewährt. Trotzdem mussten und müssen immer wieder aufwendige Sanierung vorgenommen werden – auch weil manche Abschnitte durch nicht ganz stabilies Gelände führen. Unter anderem muss der unruhige Hang im Gebiet Plaschenz beim Sandgrind-Tunnel laufend stabilisiert werden. Alterungsbedingt wurden vor 20 Jahren die Schmalztobel-Brücke und später auch die Fatschazertobel-Brücke sowie die Farbtobel-Brücke ersetzt. Nebst dem Bau einer Galerie beim Steinbodentunnel musste der Hang stabilisiert werden, 2002 geriet der Hang im Gebiet Verbrunnawald beim Lüener-Rüfe-Tunnel in Bewegung. 2007 brach man die steinerne Rütibrücke ab und ersetzte sie durch einen Neubau aus Stahlbeton. 2006 wurde der Castielertobel-Viadukt, 2009 der Langwieser Viadukt und 2010 der Calfreisertobel-Viadukt saniert.

Zukunftsmusik

Schon vor 100 Jahren ist eine Konzession für eine Verbindung zwischen dem Schanfigg und der Landschaft Davor erteilt worden, die aber nie wahrgenommen wurde. Diese an sich interessante Verbindung ist jedoch in den folgenden Zeiten nie als prioritär eingestuft worden nd bleibt wohl noch auf Jahre hinaus Zukunftsmusik. (mai)