«UCCA Dune Art Museum»: Eine Sandburg für die Kunst

Teaserbild-Quelle: ZAIYE Studio
Eine Sandburg für die Kunst

Beim chinesischen Quinhuangdao birgt eine Düne Kunst: das «UCCA Dune Art Museum» ist nur teilweise sichtbar. Laut seinen Schöpfern von «Open Architecture» kann die Düne so gerettet werden und fällt nicht wie andere Sandberge Immobilien mit Meersicht zum Opfer.

UCCA Dune Art Museum
Quelle: 
WU Qingshan

Ein Grossteil des Museums ist von Sand bedeckt.

An der Bohai-Bucht, rund 300 Kilometer östlich von Peking, liegt die Hafenstadt Qinhuangdao. Über die letzten Jahren ist dort mit dem grossangelegten Projekt «Aranya Gold Cost Community» ein Badeort mit Villen, Ferienwohnungen und Hotels entstanden. Wer hier residiert hat neben dem Strand- und Nachtleben auch Kunst in Reichweite: das «UCCA Dune Art Museum» aus der Feder des New Yorker Büros «Open Architecture».

Schalungen von Schiffsbauern

Direkt am Meer und unter einer mehrere Meter hohen Düne gelegen verbindet es auf beinahe organische Weise Architektur und Kunst mit der Natur. Es besteht aus verschiedenen höhlenartig Räumen, in die man über einen Tunnel gelangt. Für Licht sorgen Oberlichter, während sich die meerseitig gelegenen Sälen zur See hin öffnen. Wendeltreppe führt zudem aufs Dach oder vielmehr auf die Düne des Museums hinauf. Allerdings ist das Gebäude noch über eine andere Weise als über seine Lage mit dem Meer verbunden: Die komplexen Schalungen für den Betonbau sind zum Teil von lokalen Schiffsbauern geschaffen worden. Die unregelmässige und unvollständige Schalung sei bewusst beibehalten worden um das Handwerk hinter der Konstruktion sichtbar zu machen, so die Architekten.

Empfindliches Ökosystem

Das Kunstmuseum inmitten der Düne anzulegen, sei sowohl aus einer tiefen Verehrung für die Natur als auch aus dem Wunsch heraus entstanden, das über Jahrtausende geschaffene, empfindliche Ökosystem der Dünen zu bewahren, erklären die Architekten die Idee hinter ihrem Projekt. «Wegen des Museums werden diese Sanddünen erhalten, anstatt Immobilien mit Meersicht geopfert, wie dies schon an vielen anderen Küsten der Fall gewesen ist.»

Seine ungewöhnliche Architektur hat dem vergangenen Winter eröffneten «Dune Art Museum» verschiedene Auszeichnungen beschert. 2018 hat ihm der German Design Council (Rat für Formgebung) einen Iconic Award verliehen, und  vor kurzem ehrte es der das kanadische Designmagazin mit einem «AZ Award». (mai)