Swissgrid nimmt erstes Erdkabel im Aargau früher als geplant in Betrieb

Teaserbild-Quelle: Swissgrid, zvg

Die nationale Netzwerkgesellschaft Swissgrid hat im Kanton Aargau früher als geplant eine erdverkabelte Hochspannungsleitung in Betrieb genommen. Der 1,3 Kilometer lange Abschnitt zwischen Beznau und Birr ist eine landesweite Premiere.

Video zur Inbetriebnahme der Leitung.

Die Arbeiten am Erdkabelabschnitt am «Gäbihubel» im Raum Bözberg/Riniken waren im August 2018 aufgenommen worden und hätten ursprünglich in rund einem Jahr in Betrieb genommen werden sollen. Nun fliesst jedoch schon seit vergangenem Dienstag Strom durch die in den Boden verlegte 380-Kilovolt-Hochspannungsleitung, wie Swissgrid am Montag mitteilte.

Sechs mal teurer als Freileitung

Die Bauarbeiten konnten unter anderem dank günstiger Witterung rascher als geplant ausgeführt werden. Nun wird statt wie zunächst geplant 2021 noch in diesem Monat mit dem Rückbau der alten 220-Kilovolt-Freileitung begonnen. Dabei werden auch 19 Masten demontiert. Diese waren auf dem 5,2 Kilometer langen Abschnitt zwischen Rüfenach und Habsburg durch 14 neue Masten ersetzt worden.

Swissgrid beziffert die Kosten für den Erdkabelabschnitt mitsamt zwei Übergangsbauwerken auf rund 20,4 Millionen Franken. Über den gesamten Lebenszyklus betrachtet sei die Erdkabelstrecke rund sechs mal teurer als eine Freileitung, hält die Netzgesellschaft fest.

Das nunmehr auf eine Spannung von 380 Kilovolt ausgebaute Teilstück mit einer Länge von insgesamt 6,5 Kilometern war bisher ein Engpass in der Hochspannungsverbindung zwischen Beznau und Mettlen (LU). Diese sichere die Energieverteilung und die Versorgungssicherheit im Raum Zürich, in der Zentralschweiz und im Mittelland, hält Swissgrid fest.

Entscheid des Bundesgerichts

Das Projekt für die Erdverkabelung kam erst nach einem juristischen Kampf zustande. 2011 hatte das Bundesgericht entschieden, dass in Bözberg ein Projekt für eine Teilverkabelung ausgearbeitet werden muss. Die Verlegung von Kabelanlagen unter die Erde könne sich auch aufdrängen, um eine Landschaft von mittlerer und lokaler Bedeutung zu erhalten.

Im Juli 2016 gab das Bundesamt für Energie grünes Licht für das konkrete Bauvorhaben. Für dieses hatte Swissgrid in Abstimmung mit den Behörden und Fachstellen ein wissenschaftliches Programm ausgearbeitet. Dabei werden etwa der Temperaturverlauf im Erdreich und die Biodiversität im Boden untersucht. (sda)