Strassenbau: Thurgau übergibt BTS-Gesamtprojekt an Bund

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BTS-Gesamtprojekt an Bund übergeben

Der Thurgau soll künftig über die Bodensee-Thurtal-Strasse ans Nationalstrassennetz angeschlossen werden. Nach siebenjähriger Planungsarbeit hat der Kanton das Projekt nun dem Bund übergeben, der das geschätzt 1,56 Milliarden Franken schwere Projekt auch finanziert.

Vor sieben Jahren hat das Thurgauer Stimmvolk der Erweiterung des kantonalen Strassennetzes zugestimmt. Die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) ist eine Hochleistungsstrasse und führt von Bonau bis Arbon. Ab nächstem Jahr gilt das Projekt als Nationalstrasse und wird vom Bund finanziert. Die Kosten schätzt man beim Kanton auf 1,56 Milliarden Franken, wie Kantonsingenieur Andy Heller heute vor den Medien erklärte.                   

Parallel zum ersten Abschnitt der BTS von Arbon nach Amriswil baut der Kanton die Oberland Strasse (OLS) von Amriswil bis Kreuzlingen. Dieser Verkehrsabschnitt kostet rund 225 Millionen Franken und wird vom Kanton finanziert. Das Bauprojekt muss vom Grossen Rat abgesegnet werden. Vorausgesetzt die Finanzierung sei gewährleistet, werde es dazu keine Volksabstimmung mehr geben, sagte Heller.

Planer hatten sich total verschätzt

Die erste Etappe der BTS von Arbon West bis Amriswil West/Oberaach hatten die Planer bereits vor zwei Jahren präsentiert. Die einspurige Strasse ist nicht richtungsgetrennt und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 Stundenkilometer. Bei den Kosten hatten sich die Planer total verschätzt. Statt 310 Millionen wird die erste Etappe 800 Millionen Franken kosten. Beim nun vorgelegten zweiten Abschnitt von Amriswil zum A7-Anschluss bei Bonau war die Kostenschätzung laut dem Kantonsingenieur korrekt. Auf der zweiten Etappe soll eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometer gelten. Vorgesehen sind zweispurige Überholstrecken, welche mit einer Mittelleitplanke versehen werden.

Nachdem der zweite Abschnitt der BTS betroffenen Gemeinden, Verbänden und Bevölkerung vorgestellt wird, soll das Generelle Projekt im Sommer an den Bund übergeben werden. In der Frühjahrssession hatte der Nationalrat die BTS überraschend in den Ausbauschritt 2019 aufgenommen, allerdings wurde noch kein Kredit gesprochen. Folge der Ständerat in der Sommersession dem Nationalrat, rechne sie damit, dass die Planungsarbeiten auf Bundesstufe zeitnah weitergeführt werden, sagte Baudirektorin Carmen Haag. Ansonsten werde die BTS in die Gesamtplanung des Bundes aufgenommen und es werde weitere vier Jahre dauern, bis bekannt sei, in welchem Zeithorizont das Bundesamt für Strassen (Astra) die Realisierung vorsehe.

Spätestens in 20 Jahren fertig?

Die Planer gehen davon aus, dass die BTS spätestens in gut 20 Jahren gebaut sein wird. Die Entlastungsstrasse soll nicht nur für eine bessere Erschliessung des ländlichen Thurgaus und für den Anschluss an die Nationalstrassen sorgen, sondern vor allem die vom Verkehr gebeutelten Städte und Dörfer auf der Thurtalachse entlasten.

Der Zeitgewinn zwischen Frauenfeld Ost und Romanshorn beträgt laut Modellrechnungen der Planer dereinst rund vierzehn Minuten. Zwischen Frauenfeld Ost und Arbon West gewinnen die Autofahrerinnen und Autofahrer hingegen lediglich gut acht Minuten. Grund dafür sei, dass heute die meisten Autofahrer die A1 benützen und den Umweg über St. Gallen fahren.

Verkehrsaufkommen sinkt

Für die Berechnungen des Verkehrsaufkommens auf der neuen Strasse und die Entlastung der Dörfer und Städte gilt ebenfalls das Jahr 2040. Durch die BTS werde es auf der bestehenden Thurtalstrasse T14 massiv weniger Verkehr und vor allem weniger Lärm geben, versprach der Kantonsingenieur. Im Zentrum von Amriswil beispielsweise rechnen die Planer im Jahr 2040 mit einer Reduktion des Verkehrsaufkommens von 13'000 Fahrzeugen pro Tag. Auf dem betreffenden Abschnitt der Entlastungsstrasse BTS werden pro Tag 31'000 Fahrzeuge verkehren. (sda/mai)

Das Generelle Projekt ist auf der Website des Kantons aufgeschaltet www.bts-ols.tg.ch.