Luzern: Baukommission des Stadtparlaments gegen Brücke in Fluhmühle

Teaserbild-Quelle: Visualisierung Swiss Interactive AG, Aarau

Die Baukommission des Luzerner Stadtparlaments ist gegen einen neuen Autobahnzubringer in der Fluhmühle. Sie unterstützt einen Bevölkerungsantrag, der einen Verzicht der vom Kanton vorgeschlagenen Reussportbrücke fordert.

Spange Nord Luzern Reussbrücke
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Visualisierung Swiss Interactive AG, Aarau

Das ursprünglich von der Regierung favorisierte Projekt sah eine Brücke über die Reuss im Gebiet Fluhmühle zum bestehenden, aber gesperrten Autobahnanschluss Lochhof vor.

Mit dem Projekt Spange Nord will der Kanton die Stadt Luzern vom Verkehr entlasten. Vorgesehen ist ein neuer Autobahnanschluss im Lochhof (zwischen Emmen Süd und Luzern Zentrum). In der Stadt stösst das Vorhaben aber auf eine breite Ablehnung.

Der Kanton redimensionierte im letzten Oktober das Vorhaben: auf die östliche Zufahrtsstrasse vom Maihof her soll verzichtet und die Autobahn nur noch von der Fluhmühle her mit einer Brücke über die Reuss erschlossen werden. Doch auch diese Lösung stösst in der Stadt auf Kritik.

Der Bevölkerungsantrag «Es bleibt dabei: SpangeNo - Nein zur Reussportbrücke und zum Basisausbau» verlangt vom Stadtrat, dass er sich in der Vernehmlassung gegenüber dem Kanton «klipp und klar» auch gegen das redimensionierte Projekt ausspreche. Die Stadtregierung hatte bereits Anfang April mitgeteilt, dass sie den Bevölkerungsantrag, der wie ein Postulat zu behandeln ist, annehme.

Grosser Eingriff in Wohnquartiere

Wenig überraschend stimmt auch die Baukommission des Grossen Stadtrats dem Bevölkerungsantrag grossmehrheitlich zu. Der Bau der Reussportbrücke bringe dem öffentlichen Verkehr wenig bis nichts, dies bei sehr grossen Eingriffen in Wohnquartiere, teilte sie mit.

Das Projekt Spange Nord hatte beim Thema Verkehr die Beziehungen zwischen Stadt und Kanton belastet. Hier stellte die Baukommission eine Besserung fest. Sie beurteile es als sehr positiv, dass inzwischen ein verstärkter Dialog zwischen Stadt und Kanton im Hinblick auf ein gemeinsames Mobilitätskonzept in Gang gekommen sei. Die Kommission fordert weiter eine gemeinsame Planung «gestützt auf aktuelle Zahlen und Entwicklungen».

Zustimmung erhielt von der Baukommission auch die Volksinitiative «Spange Nord stoppen – Lebenswerte Quartiere statt Stadtautobahn». Mit der Initiative erhalten die Stimmberechtigten der Stadt die Möglichkeit, sich zum Thema zu äussern. Weil das Volksbegehren sich auf das alte Spange-Nord-Projekt bezieht, erachtete ein Teil der Baukommission den Rückzug der Initiative als angebracht. (sda)