13:11 BAUPROJEKTE

In London entsteht ein Luxus-Pool zwischen zwei Gebäuden

Teaserbild-Quelle: Embassy Gardens

In London entsteht derzeit ein Luxus-Pool im Stadtteil Nine Elms. Das Besondere dabei: Er kommt in 35 Metern Höhe zwischen zwei Gebäuden zu liegen. Die 25 Meter lange Acrylglas-Konstruktion wird voraussichtlich im nächsten Frühjahr eröffnet.

Embassy Gardens ist ein neues Viertel an der Themse, welches im Rahmen eines Projekts für die Aufwertung des Zentrums im Londoner Stadtteil Nine Elms entsteht. Es umfasst dereinst bis zu 1‘750 neue Wohnungen und über 40‘000 Quadratmeter  Büro- und Arbeitsflächen – verteilt auf acht Gebäude. Auch Läden, Cafés, Bars, Restaurants, ein Gesundheitszentrum, Sportplätze sowie ein Hotel mit 100 Betten sind vorgesehen.

Die Pläne stammen vom Immobilienentwickler Ballymore Group. Im Februar 2012 erhielt das Unternehmen die Bewilligung für das 15 Hektar umfassende Entwicklungsprojekt. Mittlerweile sind bereits diverse Gebäude des neuen Viertels realisiert worden.

25-Meter-Pool zwischen zwei Gebäuden

Ein Highlight sollte dabei der «SkyPool» werden. Ein 25 Meter langes Schwimmbecken, das zwischen zwei Gebäuden des neuen Viertels entstehen sollte. Ursprünglich wollte man die 14 Meter grosse Lücke zwischen den Bauten mit einem Glasdach überspannen. Später entstand dann die Idee für den transparenten Pool, der den Schwimmern den Blick auf den Boden und den Passanten darunter den Blick auf den Himmel ermöglichen sollte.

Visualisierung des Skypools in London

Quelle: Embassy Gardens

Der Pool soll zwischen den Legacy-Gebäuden im neuen Londoner Stadtviertel zu liegen kommen.

Die Planungsarbeiten für die Konstruktion starteten 2013. Sean Mulryan, CEO von Ballymore, holte daraufhin das Team von Arup mit ins Boot. Von Anfang an sei klar gewesen, dass die Konstruktion transparent sein müsse, erklärt Architekt Hal Currey auf der Website der Embassy Gardens.

Acrylglas für hohe Belastungen

Auf der Suche nach einem passenden Material kamen Mulryan und Currey mit Brian Eckersley von Eckersley O’Callaghans ins Gespräch. Das Büro hat sich auf Strukturglas spezialisiert. Anstatt für den Pool jedoch letzteres zu verwenden, schlug das Ingenieurbüro eine andere Lösung vor: Acrylglas, wie es auch für Aquarien verwendet wird. 

Dies, weil das Material hohen Belastungen standhalten kann. Nach einer Reihe von Verhaltensanalysen wurden dann die Abmessungen des Pools festgelegt. Die Ränder sollten demnach 200 Millimeter und der Boden 300 Millimeter dick werden. Das Becken selbst sollte eine Tiefe von 3,2 Metern aufweisen.

Marina Bay Sands in Singapur

Quelle: dronepicr wikimedia CC BY 2.0

Das Resort Marina Bay Sands in Singapur weist ebenfalls einen teilweise freiliegenden Pool auf.

Weltweit erster transparenter freiliegender Pool

Neben dem «SkyPool» gibt es laut dem Bauingenieur Eckersley zwar auch andere Konstruktionen für Schwimmbäder, die Gebäude miteinander verbinden. Zum Beispiel das Resort Marina Bay Sands in Singapur. Die von Moshe Safdie Architects entworfene Anlage verfügt auf dem Dach der drei Türme ebenfalls über einen teilweise freiliegenden Pool. Anders als beim Londoner Projekt sei dieser jedoch nicht transparent.

Das Schwimmbecken wurde von Eckersley O’Callaghans in Colorado, USA, gebaut und später nach London zum Tilbury-Hafen verschifft. Ende September gab Embassy Gardens nun auf Instagram bekannt, dass der «SkyPool» mit einem der grössten Mobilkrane der Welt auf die Gebäude gehoben wurde. Die Acrylstruktur sei zudem strengen hydrostatischen Tests unterzogen worden.

Exklusiv für Bewohner von Embassy Gardens

Bevor der Pool mit 148‘000 Litern Wasser gefüllt wird, sind noch letzte Bauarbeiten im Gange. Ein neuer Termin für die Eröffnung wurde bislang noch nicht offiziell bekannt gegeben. Laut diversen Medienberichten könne aber nächstes Frühjahr damit gerechnet werden.

Für Normalsterbliche wird der Pool aber nicht geöffnet sein. Er ist tatsächlich nur für die Bewohner vom neuen Viertel und damit für Mitglieder des exklusiven Clubs «Eg:le Club.» vorgesehen. Wer noch rund 730‘000 Dollar für eine Wohnung oder gar sechs Millionen Dollar für ein Penthouse übrig hat, kann im «SkyPool» seine Runden drehen.

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Redaktorin Baublatt

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