Saaneviadukt: 340-Tonnen-Stahlbrücke in Position gebracht

Teaserbild-Quelle: BLS AG
Stahlbrücke in Position gebracht

Das Saaneviadukt bei Gümmenen in Bern wird erneuert und auf zwei Spuren ausgebaut. In einem ersten Schritt wurde am Dienstag die neue 340 Tonnen schwere Stahlbrücke auf ein 20 Meter hohes Gerüst über der Saane gehoben. 

1‘200 Tonnen schwer und 56 Meter hoch war der Raupenkran, der die neue Stahlbrücke am Dienstag in einem spektakulären Bauvorgang auf ein 20 Meter hohes Gerüst direkt neben dem Saaneviadukt manövrierte. Von dieser Position aus wird die 65 Meter lange Stahlkonstruktion während einer Streckensperre im Sommer vom 4. Juli bis 10. August 2020 eingehoben.

Das weitherum sichtbare 400 Meter lange Saaneviadukt überquert seit bald 120 Jahren die namensgebende Saane und die breite Talebene in Gümmenen im Kanton Bern. Das Bauwerk gehört zu den spektakulärsten Objekten der BLS, die unter Denkmalschutz stehen.

Schäden und Mängel

Das Mauerwerk an den Bogen und Pfeilern weist bereits Frost- und Fugenschäden auf. Auch der Gleistrog auf dem Viadukt, der zwischen 1958 und 1980 eingebaut wurde, zeigt Mängel in der Abdichtung und die alte Stahlfachwerkbrücke hat mittlerweile ihre Lebensdauer erreicht.

Mit einer umfassenden Erneuerung und einem Ausbau auf zwei Spuren wird das Viadukt den heutigen Anforderungen angepasst. Durch den Ausbau wird ausserdem die durchgehende Doppelspur auf dem Abschnitt Bern – Gümmenen vervollständigt. Für das Projekt werden Kosten von rund 53 Millionen Franken veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt über den Bahninfrastrukturfonds (BIF) des Bundes.

Letzte Sanierung vor 60 Jahren

Beim Einsetzen des Betontrogs vor über 60 Jahren wurde das Entwässerungssystem in den Steinbogen verbessert und das Mauerwerk mit Zementmörtel injiziert. Auch die Stahlbrücke wurde 1960 mit zusätzlichen Verbänden verstärkt. Trotzdem genügt sie nun den heutigen Anforderungen nicht mehr. In den letzten Jahren wurde sie regelmässig unterhalten und gegen Korrosion geschützt.

Totalsperre im Sommer 2020

Während der 5-wöchigen Totalsperre im Sommer wird der Rückbau des bestehenden Gleises, der Gleistroge auf dem Viadukt sowie der alten Stahlbrücke erfolgen. In einem nächsten Schritt wird die neue Gleistroge installiert und die nun positionierte, neue Stahlbrücke seitlich vom Gerüst aus in ihre Endlage geschoben. Zu Letzt folgt der Einbau von Schotter und Gleisen.

Nach der Sommersperre wird erst einmal ein Gleis in Betrieb genommen, während das zweite Gleis noch erstellt werden muss. Dessen Inbetriebnahme ist für Frühling 2021 geplant. (pb)