Beschwerde zu Grimselstaumauer-Erhöhung erhält aufschiebende Wirkung

Teaserbild-Quelle: KWO, Bruno Laesser

Das Bundesgericht hat der Beschwerde von Umweltorganisationen gegen die allfällige Erhöhung der Grimselstaumauer aufschiebende Wirkung zuerkannt. Ob die Kraftwerkbetreiberin KWO das Projekt dereinst realisieren wird, bleibt ohnehin offen.

Grimselstaumauer, Symbolbild.
Quelle: 
KWO, Bruno Laesser

Grimselstaumauer, Symbolbild.

Das Bundesgericht entsprach dem Gesuch der Schweizerischen Greinastiftung (SGS) und dem Verein Aqua Viva nach aufschiebender Wirkung. Dies, da die weiteren Verfahrensbeteiligten dagegen keine Einwände erhoben hätten und dies sachlich gerechtfertigt erscheine, heisst es in der am Mittwoch publizierten Verfügung.

Inhaltlich werden die obersten Richter später über die Beschwerde gegen die geplante Erhöhung der Staumauer entscheiden. Die beiden Umweltverbände wehren sich gegen einen Entscheid des bernischen Verwaltungsgerichts, das dem Interesse an der Energiegewinnung einen höheren Stellenwert beimass als dem Moorschutz.

Das Bundesgericht hatte 2017 in der zentralen Frage, welcher Perimeter zur geschützten Moorlandschaft gehört, gegen die Umweltverbände entschieden. Demnach hatte der Bundesrat seinen Ermessensspielraum nicht überschritten, als er die südliche Grenze der Grimselmoorlandschaft 27 Meter über dem heutigen Stauseespiegel festlegte.

Die Erhöhung der Grimselstaumauer hat bei den Kraftwerken Oberhasli (KWO) nicht oberste Priorität. Im Vordergrund steht das Projekt eines neuen Wasserkraftwerks am Triftgletscher mit einem Stauvolumen von 85 Millionen Kubikmetern. Auch dagegen wehrt sich Aqua Viva zusammen mit dem Grimselverein, während andere Umweltverbände wie Pro Natura oder WWF auf Opposition verzichten.

Bestehende Staumauer wird ersetzt

Gebaut wird an der Grimsel seit diesen Sommer trotzdem, denn die bestehende Spitallamm-Staumauer muss durch ein neues Bauwerk ersetzt werden. Die neue, 113 Meter hohe Mauer kommt unmittelbar vor der bestehenden Talsperre zu stehen, die später geflutet wird. Die Bauarbeiten dauern rund sechs Jahre. Sollten die KWO die Staumauer dereinst erhöhen dürfen und wollen, würde die neue Spitallamm-Staumauer um 23 Meter aufgestockt. (sda/pb)