Rat spricht Kredit für Neugestaltung des Verkehrsknotens in Herisau

Teaserbild-Quelle: Roland Zumbuehl wikimedia CC BY-SA 4.0

Der Kantonsrat Ausserrhoden hat am Montag in erster Lesung einstimmig einen Kredit von 13,3 Millionen Franken für die Strasseninfrastruktur in Herisau gesprochen. Sie ist Teil der Erneuerung des Bahnhofsareals in Herisau.

Blick auf Herisau.
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Roland Zumbuehl wikimedia CC BY-SA 4.0

Blick auf Herisau.

Der Bahnhof Herisau soll zu einer multimodalen Drehscheibe ausgebaut werden. Das Gesamtprojekt sieht vor, den Bahnhof Herisau für 38 Millionen Franken neu zu gestalten. 35 Prozent könnte der Bund übernehmen. Der Ständerat wird voraussichtlich in der Herbstsession über die neuen Agglomerationsprogramme entscheiden.

In Herisau sollen ein neuer Bahnhofplatz und Bushof entstehen. Ein Dach würde die neue Zone überspannen. Ein Zweites ist über dem Zentralplatz zwischen dem SOB-Bahnhofgebäude und der Post angedacht. Durch die Neugestaltung soll der Bahnhof attraktiver, sicherer in punkto Verkehrsführung und behindertengerecht werden. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt der Gemeinde, des Kantons, der Post und mehrerer Verkehrsbetriebe.

Jahrhundertprojekt

Für die Anpassungen der Strasseninfrastruktur wird mit Investitionen von 17,2 Millionen Franken gerechnet. Im Zentrum des Projekts steht ein neuer Kreisel. Der Kantonsteil, welcher mit zweckgebundenen Mitteln über die Strassenrechnung finanziert werden soll, beträgt 13,3 Millionen Franken.

Oliver Schmid, Präsident der Kommission Finanzen, sprach am Montag im Rat von einem Jahrhundertprojekt. Der neue Kreisel sei ein wichtiger Baustein des Projekts. Werde der Kredit für die Strasseninfrastruktur abgelehnt, sei die weitere Entwicklung am Bahnhof Herisau nicht möglich.

Das Bahnhofsareal Herisau sei wichtig für den ganzen Kanton, sagte Bauchef Dölf Biasotto. Das Areal sei der ideale Ort für verdichtetes Bauen. Es seien noch fünf Einsprachen hängig, welche vor allem privatrechtliche Forderungen beträfen, gab Biasotto bekannt.

Einhellige Zustimmung

Die Vorlage erhielt von allen Fraktionen Unterstützung. Der Zustand der Strasseninfrastruktur am Bahnhof Herisau sei unbefriedigend und zum Teil gefährlich, sagte der Sprecher der CVP-EVP-Fraktion. Das grosse Entwicklungsareal am Bahnhof Herisau könne durch die Investition viel besser genutzt werden, meinte der Sprecher der FDP-Fraktion.

Das Projekt sei in die Zukunft gerichtet und verbessere die Einbettung des öffentlichen Verkehrs massiv, so der Sprecher der SP-Fraktion. Eine Sanierung wäre ein unbefriedigendes Flickwerk. Die SVP-Fraktion sieht im Bahnhofsareal das wichtigste Entwicklungsgebiet des Kantons. Die Parteiunabhängigen wollen die Chance nutzen, ein grosses und brach liegendes Areal wirtschaftlich zu nutzen. Der Kantonsrat stimmte dem Verpflichtungskredit ohne Gegenstimme zu.

Stimmt das Parlament der Vorlage auch in zweiter Lesung zu, braucht es für Neugestaltung des Verkehrsknotens am Bahnhof Herisau auch noch die Zustimmung der Ausserrhoder Stimmberechtigten. In Herisau ist das Referendum gegen den Teilzonenplan Bahnhof ergriffen worden. Die Gemeindeabstimmung findet im Oktober 2019 statt. (sda)