Oodi-Bibliothek: Ein Himmel voll Bücher

Teaserbild-Quelle: Tuomas Uusheimo
Ein Himmel voll Bücher

Zum 100-Jahr-Jubiläum der Unabhängigkeit Finnlands schenkte sich Helsinki eine neue Zentralbibliothek – die Oodi-Bibliothek. Ein gelb schimmernder Balken aus der Feder des finnischen Büros ALA, der zu schweben scheint, und ein Paradies für Bücherfreunde birgt.

Der Himmel für Leseratten und Bücherwürmer liegt in Finnland. Nicht nur, weil Bibliotheken in Finnland traditionellerweise einen hohen Stellenwert haben, zu einem grossen Teil kostenlos sind,  laut dem Finnland-Portal finnland.fi Finnen zu den eifrigsten Lesern der Welt zählen und im Schnitt pro Jahr 16 Bücher ausleihen. Sondern vor allem auch wegen der vergangenen Dezember eröffneten Oodi-Bibliothek in Helsinki. Am Kansalaistori-Platz gelegen scheint das rund hundert Meter lange Gebäude mit seiner geschwungenen, auskragenden Front über dem Asphalt zu schweben. Für ihren beinahe goldenen Schimmern sorgt einheimisches Fichtenholz.

Allerdings ist der  Bau nicht „nur“ dem geschriebenen Worte gewidmet: Im Parterre sind ein Café, ein Restaurant und ein Kino untergebracht. Darüber stehen Studios, Musik- und Medienräume zur Verfügung; Zudem können die Bibliotheksnutzer für eigene kreative Projekte zum Beispiel Plotter, 3D-Drucker, Nähmaschinen und andere Geräte brauchen.

Der eigentliche Bücherhimmel befindet sich unter dem Dach: Er erstreckt sich über den ganzen Bau und ist als gigantische Leselandschaft angelegt. Weil die Bücherregale lediglich brusthoch sind und das Gebäude im oberen Bereich rundum verglast ist, wirkt die Bibliothek hell und licht. Diesen Eindruck verstärken die unregelmässig gewölbte, weisse Decke und Oberlichter, für die sich die Architekten von Wolken haben inspirieren lassen. Wer in Ruhe schmökern will, kann sich auf die Sofas und Sessel gemütlicher Leseinseln zurückziehen – oder aber bei warmem Wetter auf der Terrasse, die sich über die gesamte Länge des Gebäudes zieht und zwischendurch den Blick auf die Stadt geniessen. (mai)