Luzern: Neubau des Kantonsspitals Sursee am bisherigen Standort

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Das Luzerner Kantonsspital in Sursee zügelt nicht nach Schenkon. Die Luzerner Regierung hat sich für einen Neubau am bestehenden Standort ausgesprochen. Sie gewichtete damit ökologische Vorteile höher als betriebliche Kriterien und stellt sich gegen den Spitalrat.

Kantonsspital Sursee
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Die Regierung hat sich für einen Neubau am bestehenden Standort in Sursee ausgesprochen.

«Ausschlaggebend für den Entscheid waren raumplanerische und ökologische Vorteile», heisst es in der Begründung für die Standortwahl, die der Regierungsrat am Donnerstag veröffentlichte. Konkret bedeutet das: Ein Neubau in Schenkon hätte 37'440 Quadratmeter Fruchtfolgefläche in der Landwirtschaftszone zerstört.

Zwar habe das Luzerner Kantonsspital (Luks) für die Kompensation des beanspruchten Kulturlandes Lösungen vorgelegt. Doch gehe auch bei der Schaffung von Ersatzfruchtfolgeflächen Kulturland endgültig verloren. Dies gelte es schon alleine aus gesetzlichen Gründen zu verhindern, hält die Regierung fest.

Von einem Neubau am bisherigen Standort an der Spitalstrasse in Sursee in unmittelbarer Nähe zum See verspricht sich der Regierungsrat zudem eine ökologische Nutzung des Seewassers zur Kälte- und Wärmegewinnung.

23 Varianten geprüft

Dass ein Neubau des fast 50-jährigen Spitalgebäudes nötig ist, ist nicht bestritten. Das Haus nähere sich dem Ende seines Lebenszyklus, eine Sanierung mache baulich wie betrieblich keinen Sinn. So steigen die Patientenzahlen wegen der Bevölkerungszunahme und der demographische Entwicklung in der Region Sursee. Gleichzeitig nehme der Trend zu mehr ambulanten Behandlungen zu, womit sich viele Abläufe und Prozesse ändern.

Das Luks prüfte deshalb 23 Varianten für einen Spitalneubau. Am Ende blieben der bisherige Standort an der Spitalstrasse in Sursee und der Standort Schwyzermatt in Schenkon übrig. Der Spitalrat hatte aus betrieblichen Überlegungen den Standort in Schenkon vorgezogen.

Er begründete dies mit der guten Verkehrs- und Markterschliessung, der einfacheren Realisierung eines Neubaus ohne Beeinträchtigung des laufenden Spitalbetriebs sowie den grösseren Entwicklungspotenzial. Allerdings weise der bisherige Standort in Sursee planungsrechtliche Vorteile und tiefere politische Hürden auf.

Ökologische Kriterien berücksichtigen

«Aus unternehmerischer Sicht ist der Antrag des Luks für den Standort Schwyzermatt in Schenkon sehr gut nachvollziehbar», wird Gesundheitsdirektor Guido Graf in der Mitteilung zitiert. Der Regierungsrat dürfe aber nicht allein aufgrund betrieblicher Kriterien entscheiden, sondern müsse etwa auch ökologische Kriterien berücksichtigen.

Die verkehrstechnische Erschliessung könne auch auf dem heutigen Areal gut sichergestellt werden, schreibt die Regierung. Der Stadtrat Sursee sei sich bewusst, dass es dafür neue Lösungen brauche und habe zugesichert, dass er sich eine neue Verkehrsführung vorstellen könne.

Der Spitalrat sei froh, dass die Regierung nun einen Entscheid gefällt habe, steht in der Medienmitteilung der Regierung. Somit könne man die weiteren Planungsarbeiten an die Hand nehmen. Der Ersatzneubau soll nach derzeitiger Planung bis 2028 realisiert werden.

Rege Bautätigkeit

Zum Luks gehört neben den Standorten Luzern, Sursee und Wolhusen auch die Höhenklinik Montana. Es hat total 7000 Mitarbeitende und 850 Akutbetten sowie über 600'000 ambulante Patientenkontakte. 

Einen Spitalneubau gibt es auch in Wolhusen. Im vergangenen Sommer wurde die Baueingabe eingereicht. Das Kostendach liegt bei 110 Millionen Franken. Ohne Einsprachen sei die Fertigstellung des neuen Spitals auf 2023 geplant. Ferner wird am Spitalstandort Luzern in den nächsten 30 Jahren viel gebaut. Geplant sind ein neues Kinderspital, eine neue Frauenklinik, neue Ambulatorien und ein neues Spitalzentrum. (sda)