Kanton Obwalden beteiligt sich am Hochwasserschutz in Alpnach

Teaserbild-Quelle: Kanton Obwalden

Der Kanton Obwalden steuert bis zu 10,2 Millionen Franken an das Hochwasserschutzprojekt an der Kleinen Schliere in Alpnach bei. Das Parlament hat am Donnerstag einen entsprechenden Beitrag genehmigt. Dessen effektive Höhe hängt von der Beteiligung des Bundes ab.

Hochwasser beim Sarnersee, Obwalden, Sommer 2005
Quelle: 
Kanton Obwalden

Das grosse Hochwasser im Sommer 2005: Rund um den Sarnersee und die Sarneraa hiess es grossflächig «Land unter».

Die Gemeinde Alpnach hatte bereits im vergangenen November das 35-Millionen-Franken-Projekt an der hochwassergefährdeten Kleinen Schliere genehmigt. Der Kantonsbeitrag zwischen 7,3 Millionen und 10,2 Millionen Franken passierte im Kantonsrat mit 50 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung.

Die Höhe des Betrags hängt davon ab, ob der Bund zusätzlich zur Basissubvention von 35 bis 45 Prozent auch einen Schwerfinanzierbarkeitszuschlag von bis zu 20 Prozent übernimmt. Die Zeichen dafür seien gut, sagte Baudirektor Josef Hess.

Mit dem Ausbau soll ein Gebiet, in dem gegen 4000 Personen, 80 Firmen, ein Schulhaus und ein Altersheim angesiedelt sind, vor Überschwemmungen geschützt werden. Entsprechend war die Notwendigkeit in allen Fraktionen unbestritten.

Leer schlucken mussten verschiedene Sprecher wegen der Kosten. Ivo Herzog (SVP) bemängelte etwa den Kulturlandverlust und die Aufwertungsmassnahmen, die bei solchen Projekten stets gefordert würden und Kostentreiber seien. Er regte diesbezüglich ein koordiniertest Vorgehen mehrerer Kantone an.

Hohe Planungskosten

Ambros Albert (SP) sagte, die Baukosten seien nachvollziehbar. Die Planungskosten und Modellversuche von mehreren Millionen Franken seien aber hoch. Baudirektor Josef Hess sagte, man habe eine Bauvariante gewählt, die wenig Kulturland in Anspruch nehme. Bezüglich der Planungskosten gestand er ein, dass diese mit 5,5 Millionen Franken hoch seien, allerdings handle es sich de facto um einen Umbau, der gegenüber Neubauten immer teurer sei.

Wie von der vorberatenden Kommission gefordert, stimmte der Rat für den Zusatz, wonach die Projektträgerschaft, die Gemeinde Alpnach, zu dauerndem, gutem Unterhalt der Anlagen inklusive Geschiebebewirtschaftung verpflichtet wird.

Die vier Teilprojekte sehen unter anderem ein Rückhaltebecken, einen Entlastungskorridor, erneuerte Schwellen und Böschungen sowie ökologische Massnahmen vor. Das Projekt wird im Herbst 2020 öffentlich aufgelegt. Bei einem reibungslosen Verlauf der weiteren Verfahrensschritte kann der Bau ab 2021 beginnen. Die Umsetzung erfolgt über einen Zeitraum von ungefähr fünf Jahren. (sda)