Höchstes Holzgebäude der Welt in Norwegen

Teaserbild-Quelle: Anti Hamar
Wenn sich Holz türmt

Das höchste Holzgebäude der Welt steht in Norwegen, nördlich von Oslo: In diesen Tagen ist der über 85 Meter hohe «Mjösa Tower» eröffnet worden. Lange wird er seinen Rekord kaum halten können.

Seine Grösse beindruckt noch immer. Bis vor kurzem hielt der 78 Meter hohe Turm der Kirche des Klosters des Erzengels Michael von Săpânța im Norden Rumäniens den Weltrekord des höchsten Holzgebäudes.

Doch diesen Rang hat ihm nun der „Mjösa Tower“ im norwegischen Brumunddal abgelaufen. Das Hochhaus, das in diesen Tagen offiziell eröffnet worden ist, misst 85,4 Meter. Über seine 18 Stockwerke verteilen sich Wohnungen, ein Hotel und Büroflächen. Der Turm stehe für umweltfreundliches Denken in der Baubranche und beweise, dass auch hohe Gebäude aus Holz gebaut werden könnten, sagt Architekt Øystein Elgsaas vom norwegischen Büro Voll Arkitekter, aus dessen Feder der Mjösa Tower stammt. „Wir wollen auch andere inspirieren, auf dieselbe Weise zu bauen“, so Elgsaas.

Beton gegen Schwankungen

Sowohl Tragwerk als auch Gebäudehülle bestehen aus Holz. Lediglich für die Böden der Etagen im oberen Bereich des Turms, wo sich Wohnungen befinden, wurde Beton verwendet. Mit dem vergleichsweise schweren Material lassen sich die Schwankungen, die sich ab einer gewissen Höhe stärker niederschlagen als im unteren Bereich, etwas eindämmen. Grundsätzlich ähnelt die Konstruktion des „Mjösa Towers“ vergleichbaren Gebäuden. Allerdings sind die Abmessungen der einzelnen Elemente laut Medienmitteilung grösser als üblich: Die Holzstützen umfassen im Schnitt 60 mal 60 Zentimeter, die grössten Stützen in den Ecken des Bauwerks 60 mal 150 Zentimeter.

Holztürme: Japan will hoch hinaus

Der hölzerne Rekord wird nicht der letzte seiner Art sein. In den vergangenen Jahren haben immer wieder rekordverdächtige Hochhäuser aus Holz von sich reden gemacht: 2012 ging der 32 Meter hohe „Forté Tower“ in Melbourne in Betrieb, 2015 der „Treet Tower“ in Bergen mit 52,8 Metern. 2017 wurde das Projekt „Brock Commons“ (53 Meter ) in Vancovuer fertiggestellt. Während die Bauarbeiten am „Haut“-Turm (73 Meter) in Amsterdam noch laufen, haben vor kurzem die ersten Mieter das Holzhochhaus (HoHo) Wien bezogen, es misst 84 Meter. Und in London soll mit dem „Oakwood Timber Tower“ gar ein 300-Meter-Turm entstehen. Derweil will man in Japan noch höher hinaus: Bis 2041 soll in Tokio ein 350-Meter-Wolkenkratzer aus Holz errichtet werden. (Das Baublatt berichtete.)  (mai)