Höchster Wolkenkratzer Japans im Herzen von Tokio geplant

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Eine Stadt in der Stadt?

Eine Stadt in einer Stadt: Mit dem Toranomon-Azabudai-Projekt entsteht mitten im Herzen Tokios ein neues Stadtviertel auf einer Fläche von 8,1 Hektar. Geplant ist unter anderem ein 330 Meter hoher Wolkenkratzer, der nach seiner Realisierung der höchste Japans sein wird.

Impressionen des neuen Komplexes im Gebiet Toranomon-Azabudai in Tokio.

Hinter dem Vorhaben steht das Unternehmen Mori Building Co., das bereits eines der grössten Immobilienprojekte Japans, den Roppongi Hills im Stadtteil Minato, entwickelt hat. Am Donnerstag enthüllte die Firma nun auch die Pläne zum neuen Komplex, der ebenfalls direkt in Tokio zwischen den zwei bestehenden Wolkenkratzern der Roppongi Hills und den Toranomon Hills realisiert wird.

Gemäss Mitteilung von Mori Building, stellt das Vorhaben im Gebiet Toranomon-Azabudai, ein «Stadtsanierungsprojekt» dar. Denn dessen Entwicklung und Planung läuft schon seit über 30 Jahren. Dies aufgrund von Verhandlungen mit Landbesitzern des vorgesehenen Areals in der japanischen Hauptstadt. Anfang August fand der Spatenstich für das neue Projekt statt.

Der Auftragnehmer beabsichtigt durch das Projekt die Wettbewerbsfähigkeit Tokios als internationale Grossstadt zu stärken und das Lebensumfeld zu verbessern. Wie Shingo Tsuji, CEO von Mori Building gegenüber «The Japan Times» erklärte, sei die japanische Hauptstadt ein bedeutendes internationales Gebiet, da hier viele Büros ausländischer Firmen angesiedelt seien und es eine überwältigende Anzahl nicht-japanischer Einwohner gäbe.  

24‘000 Quadratmeter Grünfläche

Mit 11,6 Hektar ist der Roppongi-Hills-Komplex zwar grösser als das neue Projekt mit 8,1 Hektar Fläche. Jedoch verfügt der Komplex in Minato «nur» über 19‘000 Quadratmeter Grünfläche. Für die neue Fläche in Toranomon-Azabudai sind ganze 24‘000 Quadratmeter Grünfläche geplant sowie 6‘000 weitere Quadratmeter für einen grossen zentralen Platz vorgesehen. Wie Mori Building weiter enthüllte, werden 100 Prozent des Strombedarfs der gesamten Anlage durch erneuerbare Energien gedeckt.

Teil des Projekts sind auch einige bekannte Architekten. So stammen der öffentliche Bereich und die Gebäude auf den unteren Ebenen des Areals aus der Feder des britischen Heatherwick Studios, das unter anderem für «The Vessel» in Manhattan verantwortlich zeichnet. Die drei Wolkenkratzer des Komplexes entwarfen die amerikanischen Pelli Clarke Pelli Architects. Die Verkaufsfläche gestalteten die japanischen Sou Fujimoto Architects.

Höchster Wolkenkratzer Japans

Der neue Komplex wird auch die internationale British School beherbergen, die Platz für etwa 700 Schüler bietet. Laut Tsuji sollen damit fortgeschrittene Bildungschancen für Expats geboten werden, da die japanische Hauptstadt im Vergleich zu anderen Grossstädten bislang wenig internationale Schulen vorweisen kann.

Genau wie bei den Roppongi Hills und den Toranomon Hills wird auch das neue Viertel über Wolkenkratzer verfügen. Der Hauptturm wird sich gemäss Plan 330 Meter hoch in den Himmel erstrecken und damit den bisherigen Spitzenreiter, den 300 Meter hohen Abeno Harukas in Osaka, überragen. Höher als der neue Wolkenkratzer wird damit nur noch der benachbarte Tokyo Tower sein.  

Die Gebäude des Toranomon-Azabudai-Projekts sollen Platz für rund 20‘000 Arbeiter und 1‘400 Wohneinheiten für 3‘500 Menschen bieten. Nach Schätzungen des Projektentwicklers Mori Building werden aufgrund des neuen Komplexes jährlich 25 bis 30 Millionen Besucher auf das Areal strömen.

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