EWL baut für 30 Millionen Rechenzentrum in Luzerner Bunker

In Luzern Daten bunkern

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Teaserbild-Quelle: Energie Wasser Luzern
EWL baut Bunker zu Rechenzentrum

In der Stadt Luzern entsteht in der ehemaligen Zivilschutzanlage im Wartegghügel ein neues Rechenzentrum. Das Projekt des städtischen Energieversorgers EWL kostet 30 Millionen Franken. Die Anlage hatte der Kanton in den 1960er-Jahren für den Regierungsrat sowie Schüler und Lehrer der Kantonsschule Luzern gebaut.

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Energie Wasser Luzern

Rund anderthalb Jahre dauert die Bauzeit, dann werden wohl vor allem Grosskunden das Rechenzentrum nutzen.

Nach dem Heimfall an die Stadt musste Luzern einen neuen Verwendungszweck für den Bunker suchen. Energie Wasser Luzern (EWL) nutzt die „Gunst der Stunde" und realisiert darin nun ein Rechenzentrum. Auf 1700 Quadratmetern IT-Nutzfläche stehen sechs Stollen mit je 150 bis 200 Quadratmetern und zehn Privaträume mit je 50 bis 100 Quadratmetern zur Verfügung, teilte der Energieversorger mit.

Risiken ausschliessen

Die Stollen mit rund 530 Racks werden redundant und räumlich getrennt mit Strom, Kühlung und Glasfaser versorgt. Die Anlage biete mit seinem unterirdischen Standort die "höchste physische Sicherheit". Entsprechend seiner ursprünglichen Funktion ist der Bunkerkomplex von der Aussenwelt abgeschirmt. Seine Bauweise hält laut EWL unter anderem dem siebenfachen atmosphärischen Überdruck stand, und das harte Gestein des Wartegghügels garantiert zudem ein "absolut trockenes Klima". Schon bei der Planung wurde der Bunker erhöht positioniert, um mögliche Hochwasserrisiken, die vom nahen See ausgehen könnten, auszuschliessen.

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Energie Wasser Luzern

Die Abwärme des Rechenzentrums wird genutzt, um Häuser in den nahen Quartieren zu beheizen.

Zertifizierung angestrebt

Als mögliche Kunden sieht EWL Unternehmen, die grosse Datenmengen verarbeiten müssen wie Provider und Informatikfirmen, die Cloud-Dienstleistungen anbieten, oder Banken und Versicherungen, aber auch öffentliche Verwaltungen. EWL werde das Rechenzentrum nur zu einem geringen Teil selber nutzen. Um den Ansprüchen der Kunden einer hoch verfügbaren Infrastrukturversorgung gerecht werden zu können, strebe man eine entsprechende Zertifizierung an.

Abwärme zum Heizen nutzen

Im Rahmen des Umbaus der See-Energie-Zentrale „Inseliquai“ wird auch das neue Rechenzentrum an das Netz angeschlossen. Das Rechenzentrum soll auch ökologischsten Anforderungen genügen. Gekühlt wird es mit Wasser aus dem Vierwaldstättersee, die Abwärme wird genutzt, um umliegende Wohnquartiere zu beheizen. Rund 3500 Haushalte können mit Heizwärme beliefert werden. Der Energieversorger rechnet mit einer Bauzeit von rund eineinhalb Jahren. (sda/sts)