ETH prüft und optimiert Rhein-Hochwasserschutz am Modell

Teaserbild-Quelle: Internationale Rheinregulierung IRR

Die Internationale Rheinregulierung lässt in einer Industriehalle in Dornbirn zwei Abschnitte des Rheins im Massstab 1:50 nachbauen. Aufgrund der wasserbaulichen Modellversuche sollen Erkenntnisse gewonnen werden, um das Hochwasserschutz-Projekt «Rhesi» zu überprüfen und das «Generelle Projekt» zu optimieren.

Im Modell sind links die freiliegenden Querprofile auf Holzwinkel zu sehen. Auf dem Bild rechts sind die Profile einbetoniert.
Quelle: 
Versuchsanstalt für Wasserbau Hydrologie und Glaziologe der ETH Zürichch (VAW)

Im Modell sind links die freiliegenden Querprofile auf Holzwinkel zu sehen. Auf dem Bild rechts sind die Profile einbetoniert.

Die Versuche in einer 4700 Quadratmeter grossen Halle konzentrieren sich auf die beiden Abschnitte Widnau bis Höchst sowie Oberriet bis Koblach. Diese werden im Massstab 1:50 nachgebaut. Der Aufbau der etwa 100 Meter langen Modelle wird zirka ein halbes Jahr dauern. Der Aufbau und die wichtigen Versuchsreihen werden von der Versuchsanstalt für Wasserbau Hydrologie und Glaziologe der ETH Zürich (VAW) begleitet und durchgeführt. Begonnen wird mit dem Abschnitt Widnau-Höchst, wobei Veränderungen der Flusssohle und Belastungen der Uferböschung überprüft werden sollen. In der zweiten Etappe sollen die Strukturen im Flussbett und der Geschiebehaushalt simuliert werden.

Das Grossprojekt «Rhesi» erstreckt sich von der Ill-Mündung bis zum Rheindelta im Bodensee. Auf der gesamten Länge soll die Abflusskapazität des Rheins über die gesamte Länge des internationalen Streckenabschnitts auf mindestens 4300 Kubikmeter pro Sekunde erhöht und auf den Oberlauf abgestimmt werden. Die geplanten baulichen Massnahmen müssen den Gesetzen Österreichs und der Schweiz entsprechen. Unter anderem geht es um die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, ökologische Aufwertungen und den sparsamen Umgang mit Ressourcen, Kulturland und Finanzen.

Die beteiligten Gemeinden und die breite Öffentlichkeit erhalten im Rahmen von Führungen und verschiedenen Veranstaltungen die Möglichkeit, die Modellversuchshalle zu besuchen. Erste Einblicke soll es ab dem 15. Juni geben. Die Internationale Rheinregulierung wurde 1892 mit einem Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz gegründet. (sda/sts)