13:01 BAUPROJEKTE

Fortschritte eines Grossprojekts: Energetische Sanierung der Telli Aarau

Teaserbild-Quelle: Claudia Bertoldi

Die Gebäude B und C der Überbauung Telli in Aarau mit insgesamt 581 Wohnungen werden energetisch saniert und fit für die Zukunft gemacht. Obwohl die Eingriffe in die bestehenden und denkmalgeschützten Strukturen substanziell sind, soll sich am Erscheinungsbild wenig ändern. Die Bauherrin Axa Schweiz lud zu einem Rundgang ein.

Telli 10

Quelle: Manuel Pestalozzi

Die Westfassaden der beiden Telli-Gebäude werden komplett erneuert. Eine Musterwohnung im zweiten Obergeschoss (Balkon mit dem roten Paneel) zeigt, dass die neuen Balkone rund einen Meter weiter vorkragen.

Der Volksmund nennt sie auch «Staumauern»: Aus der Ferne wirken die geknickten, bis 19-geschossigen Zeilen der Grossüberbauung Telli gewaltig. Sie sind in der Höhe zu den Enden hin abgetreppt und erinnern an eine Bergsilhouette. Nähert man sich von Osten der Anlage, verschwinden die vier in Ost-West-Richtung orientierten Volumen fast vollständig hinter der üppigen Vegetation um sie herum. Teilweise liegt das wohl am Terrain – der Begriff «Telli» bezeichnet eine Vertiefung und ist vermutlich mit dem Wort Delle verwandt.

Optimierung von Kulturgütern

Die Überbauung an der nordöstlichen Peripherie ist in die Liste der Kulturgüter in Aarau eingetragen. Sie gilt als Objekt von regionaler Bedeutung. Die Telli entstand als Grosswohnsiedlung für rund 2500 Menschen zwischen 1971 und 1991, nach einer Gesamtidee des Architekten und Planers Hans Marti (1913 bis 1993), der die Wohnbauten mit seinem Partner Hans Kast auch entwarf. Charakteristisch sind die unterirdischen Zufahrtsstrassen, die zu Stellplätzen führen und aus der Telli ein weitgehend autofreies Quartier machen.

Ein wichtiges Merkmal ergibt sich aus der damaligen Forderung an die beteiligten Entwurfsteams, Beton-Elementbauteile einer damaligen Projektpartnerin zu verwenden. Trotz der grossen Zeitspanne bei der Realisierung wirken die Gebäude in ihrer architektonischen Sprache einheitlich. Diese starke Prägung der Telli soll erhalten bleiben. Die Gebäude B und C, in den Jahren 1982 bis 1985 erstellt, sind im Besitz der Axa-Anlagestiftung. Die beiden leicht zueinander versetzten Zeilen bilden den mittleren Teil der Wohnüberbauung. Sie gehörten von Beginn weg der Axa-Vorgängerin Winterthur Versicherung. Von 2002 bis 2006 erhielten die unterschiedlich grossen Wohnungen neue Küchen und Bäder.

Gestalt und Qualität der Gebäude erhalten

Für die sich anbahnende Mammutaufgabe einer energetischen Sanierung engagierte Axa das Architekturbüro Meili, Peter & Partner Architekten AG zunächst für eine Machbarkeitsstudie, dann für ein Konzept. Das Architekturbüro ist unter anderem für seine grosse Erfahrung mit der Betonelementbauweise bekannt. So war es auch an der Sanierung von Plattenbauten der Göhner-Siedlung in Volketswil (ZH) beteiligt.

Das architektonische Sanierungskonzept hat zum Ziel, die Gestalt und die Qualität der beiden Gebäude zu erhalten. In seinem ausführlichen Bericht, der sich von der Website meilipartnerarchitekten.ch herunterladen lässt, schreibt das Architekturteam: Im Zuge der energetischen Sanierung werden vorgefertigte Elemente zurückgebaut und durch einen Betonelementsystembau grösserer Tiefe ersetzt, der den Gebrauchswert durch beträchtliche Tiefensteigerung erhöht. Die veränderten und teilweise erweiterten Attikawohnungen sind patioartig in die horizontalen Zerklüftungen der Dachaufbauten eingefügt und gliedern sich in die Silhouette der getürmten Landschaft ein.

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Jetzt einloggen

Sie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente

Autoren

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.

Anzeige

Dossier

Interview-Serie «Chefsache»
© fill / pixabay.com / public domain ähnlich

Interview-Serie «Chefsache»

In der Interview-Serie «Chefsache» nehmen bekannte Exponenten der Bauwirtschaft in loser Folge Stellung zu Fragen rund um das Thema Führung. Alle Teilnehmer erhalten die gleichen 20 Fragen, von denen sie zwölf auswählen und schriftlich beantworten können.

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.