Einsturz der Morandi-Brücke: Ein roter Kreis zum Gedenken

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Ein roter Kreis zum Gedenken

An den Einsturz der Morandi-Brücke oder vielmehr des Polcevera-Viadukts soll ein roter Kreis erinnern: Stefano Boeri hat eine Konstruktion entworfen, die nicht nur ein Denkmal sondern auch ein Fussgänger- und Veloweg ist.

Denkmal (Visualisierung)
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The Big Picture/SBA

Schon von weitem zu sehen: das als Velo- und Fussgängerweg konzipierte Mahnmal.

Auf einer Länge von rund 1200 Metern verband Genuas Polcevera-Viadukt den Osten mit dem Westen der Stadt. Als Teil der Zufahrtsstrecke zum Hafen waren auf der vierspurigen Autobrücke pro Jahr rund 25 Millionen Fahrzeuge unterwegs. Im August 2018 geschah die Katastrophe: Einer der Pylone knickte ein und riss ein rund 250 Meter langes Stück der Fahrbahn nieder. 43 Menschen fanden den Tod. Während nun die Planungen an der neuen Brücke laufen – der Entwurf stammt von Renzo Piano – wurden letzten Juni die verbliebenen Pfeiler des Bauwerks gesprengt.

Roter Stahl und grüner Park

Dafür, dass der Brückeneinsturz nicht eines Tages in Vergessenheit gerät, soll ein grossangelegtes Denkmal von Stefano Boeri sorgen: ein kreisförmig angelegter Rad- und Fussgängerweg in Form einer leuchtend roten Stahlstruktur. Diese führt durch das Gebiet des alten Viadukts und unter der neuen Brücke hindurch. Ebenfalls Teil der Konstruktion ist ein rund 120 Meter hoher Windturm, der die Umgebung mit erneuerbarer Energie versorgen soll.

Überdies gehört ein Park nach Entwürfen des niederländischen Landschaftsarchitekturbüros Inside Outside zum Projekt: streifenförmig angelegte, unterschiedlich breite Grünräumen, in denen vor allem die für den Mittelmeerraum typische Pflanzenwelt gedeiht. Die einzelnen Flächen sollen nicht nur der Erholung sondern auch dem Sport und Veranstaltungen dienen. (mai)

Denkmal (Visualisierung)
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The Big Picture/SBA

Ein Windturm und eine Parklandschaft aus begrünten Streifen ergänzen die Konstruktion.