Arealentwicklung Bernapark: Alte Dichte, neue Vielfalt

Teaserbild-Quelle: Truc Gestaltungskonzepte, Bern

Auf dem imposanten Areal der ehemaligen Kartonfabrik Deisswil wird etappenweise ein kleines Stadtquartier im Grünen um-, auf- und ausgebaut. Wo einst Karton produziert wurde, entsteht nun ein Quartier fürs Wohnen, Arbeiten und die Freizeit. Die umfangreichen Angebote befriedigen Bedürfnisse und bieten Begegnungsorte für Menschen im Bernapark und rundherum.

Der Name Deisswil taucht an der östlichen Peripherie der Stadt Bern gleich zwei Mal auf. Einmal benennt er einen Weiler bei Münchenbuchsee, bei der Autobahn in Richtung Biel, und dann einen Ortsteil der Gemeinde Stettlen, rund 10 Kilometer weiter südlich, im Tal der Worble. Es wird von den Schienenkompositionen der Regionalverkehr Bern–Solothurn (RBS) durchquert. Genau hier entsteht der Bernapark. Eine alte Hauptstrasse verbindet Stettlen über Ostermundigen mit Bern, eine Umfahrungsstrasse neueren Datums führt direkt zum Autobahnanschluss Bern-Wankdorf.

Insel der Industrialisierung

Das enge Worblental war lange weitgehend von der Landwirtschaft geprägt. Lakonisch heisst es im Wikipedia-Eintrag zu Stettlen: «In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts lebten die meisten Familien unmittelbar vom Bodenertrag. Handwerk und Gewerbe wurden gering geachtet.» Im untersten Teil des schmalen, von bewaldeten Hügeln eingefassten Tals befanden sich zwar die Berner Papiermühle, ein Hammerwerk und eine Pulverstampfe.

Die 1876 gegründete Kartonfabrik in Deisswil blieb aber das einzige grosse Industrieareal. Es befindet sich nördlich der Brücke der Hauptstrasse über den Bach und wurde von der Worble erst durch-, später dann unterquert. In der Siegfriedkarte aus dem Jahr 1917 belegt die dichte Bausubstanz der Fabrik bereits eine grössere Fläche als die Gesamtheit der Einzelhöfe von Stettlens Ortskern.

In den Folgejahren dehnte sich die Anlage zu einem Konglomerat aus unterschiedlich hohen, zusammengebauten Volumen aus, das mehrere, vollständig umschlossene Hofbereiche entstehen liess. Zwischen der Anlage und dem Dorfzentrum entstanden Mehrfamilien-, am Südhang über Stettlen Einfamilienhäuser. Aus dem ländlichen Idyll mit der dichten, den örtlichen Massstab in jeder Hinsicht sprengenden Fabrik-«Insel» im Talgrund wurde ein Teil der Agglomeration Bern.

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Anmelden mit Login

Sie sind noch nicht Abonnent und möchten den Artikel sofort lesen? Einen Einblick zu exklusiven Baublatt-Inhalten bietet unser kostenloses Probeabo für einen Monat.

Autoren

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.