Agglolac-Areal bleibt mehrheitlich im Eigentum von Nidau und Biel

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Die Grossüberbauung Agglolac ist bald reif für die Volksabstimmung. Die Städte Nidau und Biel haben zusammen mit der Investorin Mobimo die letzten offenen Fragen geklärt, wie sie am Dienstag bekanntgaben.

Die Städte sollen demnach 60 Prozent des Landes im Baurecht abgeben und nur 40 Prozent an Mobimo verkaufen. Auf diese Weise bleibe das Areal am Bielersee mehrheitlich im Eigentum der öffentlichen Hand, wie dies aus Kreisen der Politik gefordert worden sei, teilte die Projektgesellschaft Agglolac mit.

Bereits im Juli war bekannt geworden, dass die Gesellschaft das Projekt aufgrund der kantonalen Vorprüfung leicht angepasst hatte (baublatt berichtete)So wurde die Höhe des Hochhauses von 70 auf 48 Meter gesenkt. Zudem wurde die Nutzungsdichte reduziert.

Neue Wirtschaftlichkeitsrechnung

Biel, Nidau und Mobimo haben ihre Wirtschaftlichkeitsrechnung unterdessen den neuen Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig schufen sie Bedingungen, um gemeinnützigen Wohnbauträgern ein Engagement im neuen Seequartier zu ermöglichen. Für sie sind 18 Prozent der Nutzungsflächen reserviert.

Gemäss der neuen Vereinbarung erzielen Nidau und Biel aus ihrem Land einen Ertrag von 95 Millionen Franken. Rund die Hälfte setzen sie ein, um dem Investor baureifes Land abgeben zu können. Sie übernehmen also Kosten für die Erschliessung, die Archäologie, den Abbau von Altlasten und dergleichen.

Die andere Hälfte des Geldes setzen die Städte für öffentliche Flächen und für die Infrastruktur ein. Darunter fallen Wege, Plätze und Grünflächen, aber auch die Erweiterung des Barkenhafens und die ökologische Aufwertung des Erlenwäldlis.

Die Rahmenbedingungen für die Entwicklung des Agglolac-Areals sind in der baurechtlichen Grundordnung von Nidau festgeschrieben. Diese wird ab Donnerstag für einen Monat öffentlich aufgelegt.

«Überrissenes Projekt»

Das neue Wohnquartier soll auf dem ehemaligen Gelände der Expo.02 entstehen und Raum für rund 1500 Menschen schaffen. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten von Nidau und Biel im Frühsommer 2020. 

Widerstand kommt vom Verein Stop Agglolac, der von einem «völlig überrissenen Grossprojekt» spricht. Die jüngsten Anpassungen seien zwar positiv, änderten aber nichts an den zentralen Problemen der Planung, teilte der Verein im Juli mit. Er befürchtet etwa, dass das beliebte Sport- und Erholungsgebiet am Seeufer durch eine viel zu dichte Überbauung beeinträchtigt wird.

Anders sehen es die Promotoren des Projekts und auch die zwei Stadtregierungen. Die beiden Städte könnten so näher zum See rücken, sagte der Bieler Stadtpräsident Erich Fehr (SP) am Dienstag vor den Medien. Zugleich werde der Freiraumgürtel am Ufer deutlich vergrössert und attraktiver gestaltet, betonen die Befürworter. Es werde einladende Zugänge ans Wasser für die ganze Bevölkerung geben.

Sagt das Volk Ja, könnten die Bagger im Jahr 2023 auffahren. Der Ufergürtel wäre 2024 fertiggestellt, die Überbauung etwa 2027. (sda)