Waisenhaus Basel: Oase mitten in der Stadt

Seit Jahrhunderten wird das Waisenhaus am selben Ort betrieben. Dennoch hat es einen gewaltigen Wandel mitgemacht. Aus einer Verwahranstalt zusammen mit Häftlingen ist heute ein moderner Lebensort geworden. Nur die Küche ist – zum Leidwesen der Köchin – noch immer dieselbe. 

Leerstände waren schon vor Jahrhunderten Thema. Beispiel gefällig? Die Grundsteinlegung des Kartäuserklosters in Basel erfolgte 1408. 1529 kam der Bildersturm der Reformation. Das Kloster wurde aufgehoben. Nach dem Ableben des letzten Kartäuserpaters im Jahr 1564 stand das imposante Gebäude leer. Die Der Eingang des Waisenhauses, Ansicht vom öffentlich zugänglichen Innenhof her. Bücher wurden zum Grundstock der Basler Universitätsbibliothek, die Zierobjekte verkauft oder eingeschmolzen, die Kirchturmuhr an die gegenüberliegende Theodorskirche montiert.

Während hier also mehrere Gebäude ungenutzt leer standen, platzte das erst Anfang 1667 gegründete Waisenhaus in Basel bereits nach zwei Jahren aus allen Nähten. So kam man auf die Idee, in die leerstehende Kartause zu ziehen. Der Umzug erfolgte 1669. Seither ist das Waisenhaus ununterbrochen hier ansässig. Unterdessen 350 Jahre. Martin Möhle, Kunsthistoriker bei der kantonalen Denkmalpflege, erzählt bei seiner Führung durch das Waisenhaus: «Nach dem Bildersturm blieben die ihrer Zierde beraubten Gebäude meist erhalten. Derart intakte Gebäudeensembles wie hier auf dem Waisenhausgelände finden wir dennoch nur selten.»

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