08:07 BAUPRAXIS

Verschiebung der über 900 Meter langen Lennetalbrücke in Hagen

Autoren: Robert Mehl (rm)
Teaserbild-Quelle: Autobahn GmbH des Bundes

Dank ausgereifter Schweizer Technik wurde bei Hagen in Deutschland eine 984,5 Meter lange Autobahnbrücke erfolgreich um knapp 20 Meter seitlich verschoben. In Deutschland war dies die bislang längste Brücke, die auf diese Weise bewegt wurde.

Lennetalbrücke 1

Quelle: Autobahn GmbH des Bundes

Die zu verschiebende Lennetalbrücke ist fast 1000 Meter lang. Sie ist ein zentrales Glied auf der Autobahn A45, der sogenannten Sauerlandlinie.

Exakt 984,5 Meter lang ist der Ersatzneubau der Lennetalbrücke, welcher mit der Technik der in Hindelbank ansässigen Hebetec Engineering AG in einem Stück um genau 19,15 Meter seitlich verschoben wurde. Nunmehr nimmt die Stahlverbundbrücke die Position der im Vorfeld abgebrochenen früheren Autobahnbrücke auf der so genannten Sauerlandlinie A45 ein. 

Es war in Deutschland die bislang längste Brücke, die auf diese Weise als Ganzes bewegt wurde. Entsprechend aufwendig waren hierfür die vorbereitenden Arbeiten, berichtet Michael Neumann, verantwortlicher Projektleiter für die «Die Autobahn GmbH des Bundes». 

Pfeiler mit Stahlbeton-Spange verbunden

Von Hagen aus koordinierte er das Projekt, das 2017 mit dem Rückbau der alten Brücke und der teilweisen Sprengung der Pfeiler seinen Fortgang nahm. Das Grossprojekt währte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon weitaus länger, da zuvor der jetzt verschobene westliche Überbau neben dem Bestandsbauwerk auf Behelfsunterbauten errichtet werden musste. Über diesen Überbau floss auch während des Abbruchs des Bestandsbauwerks sowie des Neubaus der östlichen Bauwerkshälfte in Endlage der Verkehr in beide Richtungen weiter.

Nach Fertigstellung des östlichen Überbaus und aller endgültigen Unterbauten konnte der Verkehr auf diesen verlegt und danach die zuerst errichtete Bauwerkshälfte in ihre endgültige Lage quer eingeschoben werden. Die temporären sowie die endgültigen Pfeiler waren dabei in ihren Kopfbereichen mit einer horizontalen Spange aus Stahlbeton verbunden, auf der jeweils eine stählerne Verschubbahn montiert wurde.

Die 13 bis zu 22 Meter hohen endgültigen Pfeiler bestehen aus aufeinander gesetzten, schachtringartigen Betonhalbfertigteilen, die in Dorsten in Nordrhein-Westfalen von der Fuchs Fertigteilwerke GmbH vorproduziert wurden. Sie bildeten einen verhältnismässig dünnen Hüllkörper aus Beton, indem die Bewehrung eingebaut wurde. Zum Abschluss wurde der Hüllkörper mit Ortbeton vergossen. 

Ab hier ist dieser Artikel nur noch für Abonnenten vollständig verfügbar.

Jetzt einloggen

Sie sind noch nicht Abonnent? Übersicht Abonnemente

Autoren

Freier Mitarbeiter für das Baublatt.

Anzeige

Dossier

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten
© James Sullivan, unsplash

Spannendes aus Print und Online für Abonnenten

Dieses Dossier enthält die Artikel aus den letzten Baublatt-Ausgaben sowie Geschichten, die exklusiv auf baublatt.ch erscheinen. Dabei geht es unter anderem um die Baukonjunktur, neue Bauverfahren, Erkenntnisse aus der Forschung, aktuelle Bauprojekte oder um besonders interessante Baustellen.

Bauaufträge

Alle Bauaufträge

Newsletter abonnieren

Mit dem Baublatt-Newsletter erhalten Sie regelmässig relevante, unabhängige News zu aktuellen Themen der Baubranche.