Überleben auf dem Mars mit Aerogel?

Teaserbild-Quelle: Nasa
Mars: Überleben mit Aerogel?

Temperaturen von bis zu Minus 120 Grad, wenig Sauerstoff und eine sehr hohe UV-Einstrahlung verunmöglichen menschliches Leben auf dem Mars. Gigantische Silikat-Aerogel-Kuppeln könnten dies laut Wissenschaftern der Harvard Universität ändern.

Dünen auf dem Mars.
Quelle: 
Nasa

Frühling auf dem Mars: Die Sonne wärmt das Eis auf den Dünen, die dabei Gase freisetzen.

Was der Dämmung irdischer Häuser dient, könnte eines Tages auch Siedlungen auf dem Mars nützlich sein: Silikat-Aerogele. Zu diesem Schluss kommt ein Team von Wissenschaftlern um Robin Wordsworth von der Harvard-Universität in einer im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie, mit der die Potenziale von Aerogel als Baumaterial auf dem Mars eruiert werden sollten.

Schutz vor tödlicher Kälte

Nachdem erste Tests positiv verlaufen sind, stellen sich die Forscher vor, dass über Bauten auf dem Roten Planeten grossflächige Aerogel-Kuppeln errichtet werden könnten: Denn eine  zwei bis drei Zentimeter dünne Silikat-Aerogel-Schicht soll ausreichen, um damit künftige Marskolonien vor den auf dem Planeten herrschenden eisigen Temperaturen zu schützen, ohne dass es zusätzliche Wärmequellen braucht. Zudem lässt sich damit auch die hohe UV-Strahlung abblocken, die menschliches Leben auf dem Mars ebenfalls verunmöglicht. Ein weiterer Vorteil solcher Konstruktionen: Sie sind laut den Forschern so lichtdurchlässig, dass  darunter Pflanzen gedeihen können.

"Lebensfreundliche Inseln"

„Silikat-Aeorgel ist ein vielverprechendes Material“, zitiert „wissenschaft.de“ dazu die Geologin und Ko-Studienautorin Laura Kerber vom Jet Propulsion Laboratory der Nasa. Schutzschilde aus dem Material brauchen Kerber zufolge weder viel Energie noch müssen sie aufwendig gewartet werden, um einen Bereich über längere Zeit warm zu halten. „Ein System kleiner lebensfreundlicher Inseln würde es uns ermöglichen, den Mars auf kontrollierte  und skalierbare Weise zu transformieren.“

Ob solche Visionen tatsächlich in der Realität funktionieren, sollen nun grösser angelegte Tests auf der Erde beweisen, in von harschen Klimata geprägten Regionen, wie der Antarktis.  (mai)