09:07 BAUPRAXIS

Ton-Häuser aus dem 3D-Drucker für bedrohte Korallen

Autoren: Nadine Siegle
Teaserbild-Quelle: Simon Renfer

Kunst und Wissenschaft können zu kreativen Lösungen führen. Das zeigt aktuell die Künstlerin Marie Griesmar. Mit Kolleginnen aus der Meereswissenschaft will sie gefährdeten Korallen bei der Fortpflanzung helfen. – Mit Ton-Elementen aus dem 3D-Drucker.

Ton-Häuser 3D-Drucker Korallen

Quelle: Simon Renfer

Ein farbenfrohes Riff, das unzähligen Unterwasser-Lebewesen ein Zuhause bietet – das ist das Ziel von «rrreefs».

Marie Griesmar ist Künstlerin. Was die gebürtige Lausannerin in ihrem Studio in Zürich produziert, würde man aber eher auf dem Campus der ETH oder EPFL erwarten: Die 29-Jährige druckt gerade mit Hilfe eines 3D-Druckers über 200 Bausteine aus Ton, die sie demnächst in der Karibik vor einer kolumbianischen Insel versenken will. 

Nicht primär als Kunstobjekt, sondern um neuen Lebensraum für Korallen zu schaffen. Die leidenschaftliche Taucherin nennt die Unterwasserwelt ihre «Obsession», doch dass sie einmal mit Ton-Elementen aus dem 3D-Drucker im Gepäck die Korallen der Weltmeere retten würde, hätte sie bei ihren ersten Tauchgängen als achtjähriges Mädchen nicht gedacht.

Stark unter Druck geraten

Zusammen mit Ulrike Pfreundt und Hanna Kuhfuss, zwei interdisziplinär arbeitenden Meereswissenschaftlerinnen, gründete Griesmar im Herbst 2020 die Organisation «rrreefs». Ihr Ziel: ein neues Zuhause für Korallen. «Wir möchten Strukturen bauen, auf denen sich Korallen leichter ansiedeln können», so Griesmar. Sie spricht von denjenigen Korallen, die gegen die heutigen Stressfaktoren wie wärmere Wassertemperatur, Hurrikane oder saures Wasser, resistent sind und sich weiter fortpflanzen. 

Die Riffe sind in den letzten Jahren stark unter Druck geraten. Mit der globalen Erwärmung um 1,5 Grad Celsius rechnen Forschende weltweit mit einem massiven Korallenverlust (siehe «Regenwald der Meere»). «Es gibt aber Arten, die resistenter geworden sind, sich den Stressfaktoren angepasst und neue Schutzsysteme entwickelt haben», berichtet Griesmar. Und genau diesen will sie bei der Fortpflanzung helfen. 

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Autoren

Ehemalige Redaktorin Baublatt / ehemals Kommunalmagazin

Nadine Siegle war von September 2016 bis Januar 2019 als stellvertretende Chefredaktorin beim Kommunalmagazin tätig. Nach dessen Einstellung arbeitete sie von Februar bis Juli 2019 als Redaktorin beim Baublatt, mit Schwerpunkt auf kommunale Themen.

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