Stadt Zürich setzt nächstes Jahr 143 Bauprojekte um

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Die Anzahl Bauprojekte, die das Tiefbauamt der Stadt Zürich nächstes Jahr umsetzt, bewegt sich mit 143 im langjährigen Mittel. Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr dominieren. Für ersteren sollen zudem Standards eingeführt werden.

So soll der Negrellisteg aussehen, Ansicht vom Gleisfeld.
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So soll der Negrellisteg aussehen, Ansicht vom Gleisfeld.

Im kommenden Jahr setzt das Tiefbauamt 143 Bauprojekte in der Stadt Zürich um. Einschliesslich der Vorhaben, die sich erst im Planungsstadium befinden, bearbeitet es gesamthaft 492 Projekte. Wie es in einer Mitteilung heisst, kommt neben Verbesserungen für den Veloverkehr den Massnahmen zum Fussverkehr besondere Bedeutung zu.

Neuer Standard für den Fussverkehr

In der Stadt Zürich ist der Fussverkehr ein Grundpfeiler der Mobilität. Doch im Gegensatz zum Velo- und öffentlichen Verkehr gibt es hier noch keine Standards. Wie die Stadt schreibt, soll sich das ab nächstem Jahr ändern: „Um die heute teilweise nicht zufriedenstellende Situation zu verbessern, sollen die Attraktivität und die Sicherheit des Fussverkehrs durch die Einführung von Standards erhöht werden. Diese regen Verbesserungsmassnahmen an und schaffen planerische Sicherheit.“ So sollen beispielsweise gemeinsame Fuss- und Veloverkehrsflächen aufgehoben, Hindernisse im Trottoirbereich reduziert und die Sicherheit an Fussgängerstreifen verbessert werden. Im Communiqué heisst es, dass die Standards aktuell erarbeitet werden. Der Abschlussbericht soll bis im Herbst 2019 vorliegen.

Negrellisteg nimmt Gestalt an

Die Bauarbeiten zum Negrellisteg starten im September 2019. Die in Stahl gefertigte Brückenkonstruktion aus der Feder der ARGE Negrelli (Conzett Bronzini Partner AG aus Chur, Diggelmann + Partner AG aus Bern und 10:8 Architekten GmbH aus Zürich) wird vom Gustav-Gull-Platz beim Zentralstellwerk bis zum Negrelliplatz im Bereich der Klingenstrasse reichen und ermöglicht dem Fussverkehr eine direkte und attraktive Querung des Gleisfelds. Der 160 Meter lange Steg soll laut Mitteilung aber auch eine Funktion als Wahrzeichen und Aussichtspunkt beim Gleisfeld haben. Gebaut wird die Brücke von den SBB Immobilien in Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt. Die Stadt und die SBB tragen je 50 Prozent der Gesamtkosten von rund elf Millionen Franken.

Veloverkehr kommt auch nicht zu kurz

Zu den geplanten Verbesserungen für den Veloverkehr gehört beispielsweise das Projekt „Langstrassenunterführung“. Die rege genutzte Verbindung zwischen den Kreisen 4 und 5 verläuft beidseitig getrennt von der Fahrbahn und soll attraktiver und sicherer sowohl für Fussgänger als auch für Velofahrer werden. Eine Machbarkeitsstudie soll verschiedene Varianten der Verkehrsführung prüfen, wie die Stadt schreibt. Bereits in Planung sind beidseitige Velostreifen entlang der Fahrbahn.

Mischverkehrsflächen werden aufgehoben

Mancherorts teilen sich Velofahrer und Fussgänger in der Limmatstadt die Trottoirs. Solche Mischverkehrsflächen sind jedoch nicht zulässig, wie ein Gutachten der Dienstabteilung Verkehr aufgezeigt hat. Deshalb werden sie seit diesem Jahr Stück für Stück aufgehoben. Nächstes Jahr will das Tiefbauamt weitere Sanierungen in Angriff nehmen. Insgesamt werde man bis Ende 2019 diesbezüglich mehr als 50 Strassenabschnitte sanieren, heisst es.

Veloweg Utoquai bleibt in der Schublade

Das Projekt „Veloweg“ Utoquai war ein zentraler Teil der sogenannten Komfortroute rund um das Seebecken, eine Herzensangelegenheit von FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger. Doch der Weg geriet rasch unter Beschuss und wurde dann sistiert, weil es einerseits Einsprachen aus der Bevölkerung gegeben hatte und es andererseits vom Bauprojekt „Bellerivestrasse“ abhängig war, das derzeit neu ausgearbeitet wird. Der Perimeter der beiden Vorhaben umfasst die Strassenachse und das angrenzende Gebiet vom Bahnhof Tiefenbrunnen bis zum Bellevue. Ganz begraben ist Leuteneggers „Herzensangelegenheit“ aber nicht, denn laut Mitteilung wird das Tiefbauamt 2019 nach neuen Lösungen suchen, um ein konsensfähiges Gesamtprojekt zu erreichen.

Facelifting für Heimplatz und neue Rathausbrücke

Im Rahmen der Kunsthauserweiterung und der Haltestellenverlegung der Tramlinien 5 und 9 vom Heimplatz in die Rämisstrasse will das Tiefbauamt den Heimplatz neu gestalten. Ziel ist es, bessere Querungsmöglichkeiten, mehr Platz für den Fussverkehr und genügend breite Velostreifen zu schaffen. Zurzeit läuft ein entsprechender Wettbewerb mit sechs Teams. Das Tiefbauamt will im März 2019 das Siegerprojekt bekanntgeben. Der Bau des neuen Heimplatzes ist ab dem Jahr 2023 angedacht.

Auch für die Neugestaltung der Rathausbrücke läuft aktuell ein Studienauftragsverfahren mit acht ausgewählten Planerteams. Ein Siegerprojekt soll bis April 2019 vorliegen. Der Ersatzneubau der Rathausbrücke ist einerseits nötig, weil sie seit ihrer Erstellung im Jahr 1973 noch nie saniert wurde, und andererseits, um mittels Absenkung der Limmatsohle den Hochwasserschutz zu erhöhen. (mt/pd)