11:11 BAUPRAXIS

Sanierung der ETH-Maschinenhalle: Neubau macht auf alt

Geschrieben von: Ben Kron (bk)
Teaserbild-Quelle: ETH-Bibliothek Zürich, Bildarchiv

In einem Grossprojekt saniert die ETH in Zürich die ehemalige Heizzentrale und die Maschinenhalle, beides denkmalgeschützte Bauten des Architekten Otto Rudolf Salvisberg. Vor allem die Rekonstruktion des Dachs der Maschinenhalle ist knifflig: Das Dach aus Glasbausteinen aus den 30ern muss durch eine den Normen entsprechende Neukonstruktion ersetzt werden, die aber optisch wie das Original aussehen soll.

Kamin des Fernheizkraftwerk ETH Zürich

Quelle: Ben Kron

Nur äusserlich sind die Sanierungsarbeiten am ehemaligen Kamin des Fernheizkraftwerks, der heute zur Kühlung dient. Im Vordergrund das neu umgenutzte und eröffnete Student Project House.

Das Kunsthaus Zürich wagte 1932 eine Retrospektive des so berühmten wie umstrittenen Malers Pablo Picasso. Der Spanier logierte standesgemäss im Hotel «Baur au Lac» und lobte während einer Bootsfahrt auf dem Zürichsee Luft und Landschaft. Besonders beeindruckt zeigte sich der Künstler vom Kamin des ETH-Heizkraftwerkes, der erst kürzlich fertiggestellt worden war.

Das Auge des grossen Picasso täuschte sich nicht: Knapp 90 Jahre später gehören der gesamte von Otto Rudolf Salvisberg errichtete Komplex des Heizkraftwerkes inklusive der angrenzenden Maschinenhalle aus dem Jahr 1934 zum kantonalen Inventar schützenswerter Bauten. Laut Fachleuten schuf der Architekt und Dozent mit der Maschinenhalle eine der ersten geschweissten Stahlkonstruktionen der Schweiz.

Die Auflagen der Denkmalpflege und die zahlreichen Eingriffe, die seither am Gebäude vorgenommen wurden, machen die Umsetzung der Baumassnahmen äusserst anspruchsvoll, wie ETH-Projektleiterin Daniela Brändle erklärt. «In allen Etappen der Sanierung wartet Unbekanntes auf uns, wir müssen immer wieder auf vorgefundene Situationen reagieren und unsere Arbeitsabläufe anpassen. Viel Flexibilität von allen Projektbeteiligten ist gefragt.»

Mehrjährige Vorarbeiten

Auch Geduld von Seiten der ETH ist bei dem Projekt gefragt. Nach mehrjähriger Vorarbeit wurden 2015 der Gestaltungsplan und 2016 das Baugesuch bei der Stadt eingereicht, und nach dessen Genehmigung konnten die Arbeiten 2017 beginnen. Diese lange Projektdauer ist der erwähnten Komplexität der Situation geschuldet, die durch dem Umstand weiter erschwert wird, dass die Arbeiten unter laufendem Hochschulbetrieb erfolgen und also Baulärm ein stetes Thema ist. Verantwortlich für das Vorhaben zeichnet die Itten + Brechbühl AG als Generalplanerin und Architektin.

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