Russische Forscher entwickeln „felsenfesten“ Öko-Beton

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„Felsenfester“ Öko-Beton

Ein Öko-Beton der Superlative? Forscher der russischen Far Eastern Federal University (FEFU) haben einen Beton entwickelt, der frostbeständiger, der resistenter gegen Wasserschäden und der drei Mal fester ist als herkömmlicher Beton.

Pantheon
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Besteht aus einer Urform des Beton: die Kuppel des Pantheons in Rom.

Zudem soll er besonders energiefreundlich sein: Während der üblicherweise verwendete Beton bei niedrigen Temperaturen mit Dampf statt Wasser angerührt werden muss, damit er die geforderte Festigkeit erhält, ist dies beim Beton der russischen Wissenschaftler nicht mehr nötig. Der Energieverbrauch sinkt damit laut den Forschern um bis zu 70 Prozent.

Die Inspiration für den Baustoff fanden sie in der Natur oder vielmehr in Felsen: Laut Roman Fediuk von der FEFU stammen die Rohstoffe für den Superbeton – Sand, Steine, Zement und Wasser – bewusst allesamt aus derselben Region. Sie sind sich damit was chemische Zusammensetzung sowie physische und mechanische Eigenschaften anbelangt ähnlich. Diese Auswahl sorge bereits dafür, dass der derart hergestellte Beton eine hohe Festigkeit habe. – Dennoch lassen sich die beim Aushärten entstehenden Fehlstellen nicht verhindern, Risse sind unumgänglich.

Organisches Fliessmittel

Entscheidend für den neuartigen Beton war, den Einsatz von Wasser zu minieren. Dieses sorgt zwar dafür, dass der Beton fliessfähig bleibt, bis er an seinem Bestimmungsort verarbeitet wird. Übermässige Wassermengen haben aber Risse zur Folge. Fediuk und sein Team haben daher einen Teil des Wassers mit einem organischen Fliessmittel ersetzt, einem speziellen Kunststoff.

Zudem nutzen sie einen modifizierten Mischer, der sich deutlich schneller als herkömmliche dreht. Auf diese Weise lassen sich die Rohstoffe homogener verteilen. Der Beton bindet weitaus schneller ab, sodass die Schalungen früher entfernt werden können. Dies wiederum senkt die Baukosten. Wolle man eine vergleichbare Festigkeit mit normalem Beton erreichen, müsse man den Zementanteil erhöhen, so Fediuk. Das bedeute eine zusätzliche Belastung der Umwelt. (mai/mgt)

Pressemeldung der Universität (englisch): www.eurekalert.org