Le-Corbusier-Pavillon in Zürich: Einbetonierte Heizungsrohre und chaotische Elektrik

Teaserbild-Quelle: ZHDK

Le Corbusiers letzter baureifer Entwurf wurde in Zürich umgesetzt. Der Meister starb jedoch Jahre vor der Fertigstellung. Wie immer hatte er alles perfekt geplant, aber die Zeit forderte ihren Tribut. Nach 50 Jahren hatten sich die Mängel derart summiert, dass eine aufwendige Sanierung unumgänglich war.

Unser Glück war, dass wir anhand der Baubewilligung von 1964 arbeiten konnten», räumt Architekt Silvio Schmed ein. Wir hätten diesen Pavillon niemals auf die aktuellen Normen bringen können, ohne das Gesamtkunstwerk zu zerstören.» Laut der alten Bewilligung gilt beispielsweise eine einzige Fluchttür als ausreichend.

Und auch die Geländer auf der Dachterrasse dürfen bleiben, obwohl sie derart offen gestaltet sind, dass sie keine ernst zu nehmende Absturzsicherung bieten. Von den Isolationswerten der Fassade gar nicht zu reden. In bewährter Arbeitsgemeinschaft hat Schmed mit Arthur Rüegg mit grosser Hingabe zum Detail schon zahlreiche Werke moderner Architekten saniert. Jüngstes Beispiel ist die 1932 fertiggestellte «Kunst-Gewerbeschule Zürich» aus der Feder von Steger & Egender. 

Nun haben die beiden, die von der «Neuen Zürcher Zeitung» einmal als «Archäologen der Moderne» bezeichnet worden sind, zwei intensive Jahre lang den Pavillon Le Corbusier in Zürich saniert, ein architektonisches Kleinod. Der Pavillon ist der letzte baureife Entwurf des grossen Architekten. Initiiert und finanziert hatte das Projekt die Galeristin Heidi Weber, die dabei gegen viele Widerstände ankämpfen musste. Im Prinzip handelt es sich um eine Bauplastik aus Glas und Stahl, die von zwei riesigen Stahlschirmen überspannt wird. Diese Bauplastik – ein Demonstrationsobjekt im Massstab eines Wohnhauses – war als eine Art begehbares Gesamtkunstwerk gedacht. 

Der Architekt wollte den Pavillon ursprünglich in Beton ausführen, stimmte aber schliesslich der durchsetzungsstarken Galeristin zu, die befand, Glas und Stahl seien die Baustoffe der Zukunft. In Wechselausstellungen sollten darin Le Corbusiers Ideen und Werke gezeigt werden. Baubeginn war 1964. Fertiggestellt wurde der Pavillon 1967, zwei Jahre nach dem Tod des Architekten. 

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