IOC-Hauptsitz Lausanne: Neue Stufen des Olymps

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Teaserbild-Quelle: Itten + Brechbühl SA
Neue Stufen des Olymps

Vor 125 Jahren wurde das Internationale Olympische Komitee gegründet. Pünktlich zum Jubiläum konnte das IOC in Lausanne Ende Juni ein neues Hauptquartier beziehen, das mit Kurven und Voluten punktet. Unangefochtener Blickfang ist die zentrale Treppe im Herzen des «Olympic House».

Vollkommen überrascht ist, wer das Innere des brandneuen «Olympic House» betritt. Natürliches Tageslicht durchflutet warm und sanft den neuen Lausanner IOC-Hauptsitz. In dieser Kathedrale aus Glas und Stahl ist alles leicht und subtil. Auf den ersten Blick scheint sogar der zentral gelegene Treppenaufgang dezent.

Mit Eichenholz verkleidet, verbindet er auf elegante, nüchterne und harmonische Weise die verschiedenen Stockwerke des 17 Meter hohen Gebäudes. Die vom Geländer verborgenen Treppenläufe beginnen rechts, senkrecht zum Haupteingang. Und es ist genau dort, am Fusse dieser Treppe, wo der Besucher zunächst sprachlos ist.

Entworfen wurden die fünf verschlungenen olympischen Ringe, welche für die Vereinigung der fünf Erdteile und das Zusammenkommen von Athleten aus der ganzen Welt stehen, von Pierre de Coubertin. Dieses olympische Symbol wurde vom dänischen Architekturbüro 3XN neu interpretiert, indem es zu einer wahren Skulptur, einem Design-Meisterwerk umgestaltet wurde.

In einer unwahrscheinlich erscheinenden Mechanik strebt die gänzlich aus Ellipsen bestehende Zentraltreppe einem unerreichbaren Fluchtpunkt zu. Über ein Atrium, welches ein Oberlicht mit einem Durchmesser von 13 Metern krönt, verbindet sie sämtliche Etagen. Die Treppe ist das Herzstück des Gebäudes, die Verbindung oder das Band, welches das Gemeinschaftsgefühl fördert und zu den Ausstellungsräumen, der Cafeteria und den um dieses Schmuckstück der Ingenieurskunst angeordneten Tagungsräumen führt.

Um das statische und dynamische Verhalten dieser Treppe zu berechnen, deren Öffnungen auf jedem Stockwerk leicht versetzt sind, modellierten sie die Ingenieure zunächst digital. Gar nicht so einfach, wenn jede Treppe aus einer geneigten Scheibe mit zwei halbkreisförmigen Treppenläufen besteht und jeder Ring gegenüber dem anderen Stockwerk exzentrisch angeordnet sein soll.

Dadurch wird natürlich auch die Treppenöffnung auf jeder Ebene verschoben. Zu Beginn integrieren sich die fünf Öffnungen von jeweils 16 Metern Durchmesser in einen grossen Kreis mit einem Durchmesser von 26 Metern. Und das alles, natürlich ohne irgendeinen vertikalen Träger. Um die erforderliche Versteifung zu erreichen, entschieden sich die Planer für ein gemischtes System aus Stahlträgern, verbunden mit einer äusserst hochleistungsfähigen Faserbetondecke, auf der die Treppe an jeder Kante aufliegt. Die gesamte statische Höhe der Decke beträgt 60 Zentimeter (Decke: 12 Zentimeter; Stahlträger: 48 Zentimeter).

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