Fachbuch: Wie wurde die Cheops-Pyramide gebaut?

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Teaserbild-Quelle: Robert Mehl

Die Cheops-Pyramide ist die älteste und grösste der drei Pyramiden von Gizeh. Die gleichzeitig höchste Pyramide der Welt birgt immer noch viele Geheimnisse. Vor allem der Bau, die Techniken und das System der Grabanlage beschäftigt Forscher und Wissenschaftler weiterhin.

Die Cheops-Pyramide wurde gemeinsam mit den benachbarten Pyramiden der Pharaonen Chephren und Mykerinos während der 4. Dynastie im Alten Reich etwa 2620 bis 2580 vor Christus errichtet. Die Gizeh-Pyramiden sind das einzige noch existierende der Sieben Weltwunder der Antike. Ursprünglich wies die Cheops-Pyramide eine Seitenlänge von 230,33 Metern auf und erreichte eine Höhe von 146,59 Meter. Sie ist genau nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Als Baumaterial diente örtlich vorkommender Kalkstein, für einige Kammern wurde Granit verwendet.

Bereits im Baublatt 05/2019 wurde ein Buch zur Baukonstruktion der Cheops-Pyramide vorgestellt. Eine neue Publikation von Günter Fischer widmet sich erneut diesem Thema. Diese stützt mit umfangreichen Berechnungen die Theorie eines umlaufenden Saumpfades als Materialrampe.

Baugeschichtliche Experimente

Anders als Bernhard Kerres in seinem Werk «In der Mitte der Pyramide» leitet Günter Fischer in seinem 72 Seiten umfassenden Band seine Überlegungen nicht mit einer umfangreichen Einführung in die altägyptische Baugeschichte ein. Vielmehr setzt er beim Leser eine gewisse Grundkenntnis der Thematik voraus und steigt unmittelbar in pragmatische Überlegungen der Machbarkeit ein.

Hierbei bezieht er sich insbesondere auf baugeschichtliche Experimente, bei denen versucht wurde, Kalksteinquader verschiedener Grössen mit Menschenkraft auf Schlitten und auf Rundhölzern zu bewegen. Er kommt dabei zu dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die von romantischen Vorstellungen der Historiker oft verbrämten Theorien bei einer Verifizierung in mathematischer, logistischer oder mechanischer Hinsicht durchweg versagen. Kernargument ist dabei vor allem die unfassbar kurze Bauzeit, die Historiker durchweg mit nur 25 Jahren ansetzen.

In dem ausgesprochen wissenschaftlich angelegten Werk des Diplom-Mathematikers und promovierten Diplomingenieurs, der heute an der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) in Köln tätig ist, wird rechnerisch der Nachweis erbracht, dass der Pyramidenbau über einen Saumpfad erfolgte. Dessen Breite definiert er mit «3b», wobei er «b» als die durchschnittliche Steinbreite festlegt. Ferner geht er davon aus, dass sich diese Materialrampe spiralförmig wie ein Schneckenhaus um die Pyramide nach oben wand.

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Freier Mitarbeiter für das Baublatt.