Ideen für die Zukunft von Friedensreich Hundertwasser

Teaserbild-Quelle: Marco Verch, Flickr, CC BY 2.0
Baummieter und grüne Fassaden

Bekannt für seine dekorativ farbenprächtigen Bilder beschäftigte sich Friedensreich Hundertwasser auch damit, wie gebaut werden muss, damit ein Leben im Einklang mit der Natur möglich ist. Der kleine Band «Hundertwasser für die Zukunft» bringt seine Ideen näher.

 «Wohnhäuser – Architektur-Heilvorschlag», 1971–1972, Friedensreich Hundertwasser
Quelle: 
2020 Namida AG, Glarus, Schweiz

«Wohnhäuser – Architektur-Heilvorschlag», 19711972.

«Ein Haus soll wirklich wie eine Dritte Haut für die Bewohner sein», sagte Friedensreich Hundertwasser (19282000) einmal. «Eine Haut, die sich ständig wandelt und organisch wächst, genauso wie die Körperhaut.»

Der als Friedrich Stowasser in Wien geborene Künstler hatte sich zwar für das Wintersemester 1948/49 an der Wiener Akademie für Bildende Künste eingeschrieben. Doch lange hielt er es dort nicht aus: Nach drei Monaten brach er das Studium ab. Gut möglich, dass ihm die Welt dort zu eng war. Er entdeckte das Reisen, zunächst zog es ihn nach Italien, dann nach Marokko, Tunesien und Sizilien. Das war nur der Anfang, das Unterwegs-sein sollte ihn zeit seines Lebens begleiten. So vielfältig wie die gesammelten Eindrücke waren, so vielfältig ist sein Werk.

Leben mit der Natur

Denn auch wenn er mehrheitlich für farbenfreudig dekorative Bilder bekannt ist, zu denen ihn der Jugendstil ebenso wie Paul Klee inspiriert hat, bschäftigte er sich seit den 50er-Jahren mit der Architektur. Eine der grossen Fragen dabei: Wie kann der Mensch im Einklang mit der Natur leben? Damit ist Hundertwassers Gedankengut nach wie vor aktuell.In Manifesten, Vorträge und Texten machte er seine Architektur-Utopien zum Thema. Es ging um ressourcenschonendes Bauen, das Teil des natürlichen Stoffkreislaufes sein sollte.

Hundertwasser forderte die Begrünung von Fassaden, die Bewaldung von Dächern und die Bepflanzung ganzer Stockwerke – oder vielmehr dass dort «Baummieter» grünen und gedeihen sollen. Überdies sah er ein Bauwerk nicht als etwas in sich abgeschlossenes, die Mieter sollten es nach ihren Bedürfnissen und Ideen verändern können.

Wer in Hundertwassers grüne Welt eintauchen will, dem bietet der ansprechende, kleine Band «Hundertwasser für die Zukunft» einen Einstieg. Er stellt Hundertwassers Visionen vom Wohnen und Leben der Zukunft vor und liefert Zitate und Denkanstösse des Meisters. (mai)

Hundertwasser für die Zukunft,
Texte von Robert Hodonyi und Carolin
Würfel,
Gestaltung von Santiago da Silva
Hatje-Cantz-Verlag, Paperback, 144 Seiten, 50 Fotos,

ISBN 978-3-7757-4697-7
ca. 27 Franken 90

Buchcover