Buchtipp: Historische Gartenbaukunst in der Schweiz

Teaserbild-Quelle: Ruoff, Schweizer Gartenkunst, 2019 © NZZ Libro, Schwabe Verlagsgruppe AG

Tiefenwirkung durch blaues Gras, sorgfältig komponierte Sichtachsen, prestigeträchtige neuartige exotische Pflanzen – die Gartenkunst im 19. Jahrhundert brach auch in der Schweiz radikal mit den geometrischen französischen Gartenanlagen. Ein Buch bietet spannende Einblicke.

Die herrschaftlichen Gärten waren über lange Zeit streng der Geometrie unterworfen. Im 19. Jahrhundert änderte sich das radikal. Das Wissen um Botanik nahm rasant zu, Importe aus Übersee und sensationelle Zuchterfolge brachten neue Gewächse in die Gärten, beheizbare Gewächshäuser halfen den Exoten über die kalte Jahreszeit. Die Faszination über den Reichtum der Natur und die natürlichen Wuchsformen fegte die streng zurechtgestutzten Barockgärten zunehmend hinweg.

«Ich sehe in so weitläufigen, reich verzierten Gärten weiter nichts als die Eitelkeit des Eigentümers und des Künstlers, woran der eine immer nur seinen Reichtum und der andere seine Kunst zur Schau zu tragen strebt», schreibt Jean-Jacques Rousseau bereits 1761 verächtlich über die allseits ach so beliebten französischen Gartenanlagen.

Lange Zeit waren die europäischen Gärten der Herrschaftshäuser stets im «französischen Stil» angelegt. Symmetrische Wege unterteilten deren rechteckigen Grundriss in perfekt proportionierte dreieckige, rechteckige, runde, ovale, oder – bereits gewagt und daher selten – vieleckige Beete.

Diese Gärten wurden also im 19. Jahrhundert zunehmend durch neue Formen ersetzt. Deren Entwicklung wird im Buch «Schweizer Gartenkunst. Der neue Stil im 19. Jahrhundert» von Eeva Ruoff nachgezeichnet. Ruoff ist Dozentin für Geschichte und Theorie der Landschaftsarchitektur und Präsidentin der Stiftung zur Erhaltung von Gärten.

Sie zeigt, wie sich die Gartenanlagen in der Schweiz weg vom französischen Stil hin zu den näher an den natürlichen Pflanzen- und Landschaftsformen orientierten «englischen» Anlagen entwickelte, die wir heute noch in vielen öffentlichen Parks geniessen dürfen.

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