09:11 BAUPRAXIS

«Die Architekturmaschine»: Computer - Stilbildend oder Handwerkszeug?

Autoren: Robert Mehl (rm)
Teaserbild-Quelle: Robert Mehl

Computer sind aus dem Architekturbüro nicht mehr wegzudenken. Die Münchner Pinakothek der Moderne dokumentiert in ihrer Ausstellung «Die Architekturmaschine» die spannende Entwicklung des Digitalen in der Architektur. 

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Quelle: Robert Mehl

Der «Urvater» des Building Information Modelings (BIM): Screenshot des 1982 für Walter Segals Konzept der Selbstbauhäuser eigens von John Frazer entwickelten Computer-Programms.

Die Pressevorankündigung des Architekturmuseums der TU München schuf eine gewisse Erwartungshaltung: «Auch im Architekturbüro ist der Computer heute Standard und hilft sowohl im Design als auch in der Visualisierung neuer Projekte. Er hat sich zu einer ‹Architekturmaschine› entwickelt.» Zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum präsentiert die Architekturabteilung der Münchner Pinakothek der Moderne eine gross angelegte Ausstellung über den Einfluss des Computers auf die Architektur. 

Die grundlegende Frage des zweijährigen Forschungsprojektes, auf dem die Ausstellung basiert, sei einfach: «Hat der Computer die Architektur verändert, und wenn ja, wie?» Doch schon in Ihren Eröffnungsworten räumte die Ausstellungs-Kuratorin Teresa Fankhänel ein, dass die Antwort darauf schwierig und bei weitem nicht so eindeutig zu geben sei – mehr dazu am Ende des Beitrags.

«Rentenalter» der ersten Computer

Ausstellungsanlass für Fankhänel ist das nahende «Rentenalter» der ersten Computer: Sowohl die erste deutsche Computermaus – die ebenfalls gezeigt wird – wie auch das allererste Zeichenprogramm Sketchpad werden 2023 60 Jahre alt. Musealen Handlungsbedarf sieht die Kuratorin auch im Umstand, dass nicht nur die digitalen Urväter, sondern auch die erste Generation von Architekten, die digital gearbeitet haben, ganz real in Ruhestand gehen. Es gelte, deren Erbe zu bewahren und die typische Architekturpraxis der letzten Jahrzehnte museal abzubilden.

Der Ausstellungstitel «Die Architekturmaschine» ist eine Hommage an die am MIT Massachusetts Institute of Technology in Boston entstandene «Architectural machine group». Diese versuchte, Architektur-Potenziale des Computers nicht nur aus technischer, sondern auch aus humanistischer Sicht zu betrachten. Sie interpretierten ihn nicht allein als Zeichengerät, sondern als kreatives Hilfsmittel des Individuums. Für sie wurde damit das ehedem elitäre Design demokratisiert und dem Benutzer ein intelligenter Designpartner an die Seite gestellt.

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