Alexander von Humboldt: Wissenschaftsfürst bringt Licht und Luft in die Unterwelt

Alexander von Humboldt: Wissenschaftsfürst bringt Licht und Luft in die Unterwelt

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Der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt hat sich seine ersten beruflichen Sporen im Bergbau in der deutschen Region Franken abverdient. Experimente zur Verbesserung von Grubenlampen kosteten ihn fast das Leben. Das Goldbergbaumuseum erinnert an sein Wirken auf diesem Wissensgebiet. 

Es ist Humboldtjahr. Dieses Jahr wird der 250. Geburtstag des berühmten Naturforschers Alexander von Humboldt (1769– 1859) begangen. Um ein Haar wäre er nie zu Ruhm gekommen, sondern mit 27 Jahren in einem oberfränkischen Bergwerk bei einem seiner Experimente gestorben. Denn er begann seine Karriere nicht als Forschungsreisender, sondern als Bergmeister. Das erschien ihm als vergleichsweise kleines Übel in Anbetracht der Tatsache, dass seine Mutter eine trockene Verwaltungsbeamtenkarriere für ihn vorgesehen hatte. Dies trotz seines unübersehbaren Interesses für Botanik und weitere Naturwissenschaften, das er schon früh zeigte. Widerstand zwecklos. Das ihm aufgezwungene Studium der Ökonomie und Staatswirtschaftslehre langweilte ihn derart, dass er möglichst Vorlesungen etwa in Experimentalphysik oder Geologie besuchte. Schliesslich trotzte er seiner Mutter die Erlaubnis ab, seine Studien an der Bergbauakademie im sächsischen Freiberg abzuschliessen. Dort ging es wenigstens um Geologie, Physik und Chemie und deren praktische Anwendung – und das war von Humboldt deutlich lieber als die Aussicht, lebenslänglich am Schreibtisch Akten zu wälzen.

Auftrag: Bergbau zu Glanz verhelfen 

So wurde er 1792 in den preussischen Bergdienst berufen. Inspektionsreisen führten ihn bis nach Schlesien. Vor allem aber sollte er den Bergbau in den fränkischen Fürstentümern Ansbach und Bayreuth wieder in Schwung bringen. In Goldkronach hatte man ab dem 14. Jahrhundert grosse Mengen an Gold geschürft. Später liessen die ­Erträge immer mehr nach. «Im 14. Jahrhundert soll dort mehr Gold abgebaut worden sein als an ­jedem anderen Ort in Deutschland», erzählt Annette Taubenreuther, die als Geopark-Rangerin das Gelände rund um Goldkronach bestens kennt. 

«Der älteste Stollen war die Fürstenzeche in Goldkronach. Von Humboldt wollte den Abbau wieder in Schwung bringen.» Auch für den Abbau von Nickel, Kupfer, Zinn und Eisen war die Region Franken einst bekannt. Die Bedingungen im Bergbau waren damals alles andere als rosig. So zeigt die Geopark-Rangerin auf ihren Führungen gern die Stelle, an der sich der «Weiberfeind»-Schacht befand. Wie der zum Namen kam, erzählt sie so: «Die Haspelknechte darin mussten unentwegt die Haspel drehen, die für die Entwässerung der tiefer gelegenen Stollen sorgte. Sie durften nicht längere Zeit Pause machen, da sonst die Bergleute unten im Stollen im Wasser stehend hätten arbeiten müssen. Also kamen die Frauen mittags vorbei und, wie alte Quellen berichten, «schnitten ihnen das Brot ins Maul», wenn sie den Kopf aus dem Loch steckten. Abends ­waren die Männer dann so erschöpft, dass sie nicht mehr zu Vielem zu gebrauchen waren.» 

Autoren

Freie Mitarbeiterin für das Baublatt.